Konzept für Elektromobilität in Nordhessen vorgestellt

Mehr Ladesäulen für E-Autos werden gebraucht: Unternehmer und Privatleute gefragt

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Viel Papier, das zum Handeln auffordern soll: Das neue Elektromobilitätskonzept für Nordhessen wurde auf Gut Höhnscheid vorgestellt.

Waldeck-Frankenberg. Wenn der Anteil der Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr deutlich steigen soll, muss es mehr Ladestationen geben.

Zweitens müssten die Kaufpreise für E-Autos günstiger werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der fünf nordhessischen Landkreise Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder und Werra-Meißner. Das daraus entstandene Elektromobilitätskonzept ist jetzt auf Gut Höhnscheid (Bad Arolsen) vorgestellt worden.

Die Verfasser der Studie – die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (pwc) und das Ingenieurbüro Brenner Bernard – sehen bei den Ladestationen eine Stellschraube. Sie empfehlen, deren Anzahl in den fünf Landkreisen deutlich zu erhöhen. Und zwar nicht willkürlich alle paar Kilometer, sondern auf Basis einer Landkarte, die geeignete Orte berechnet. Diese Landkarte zeigt für jeden Punkt in Nordhessen an, ob die Lage, die Einwohnerdichte, das Verkehrsaufkommen, typische Anlaufstellen wie Supermärkte und andere Faktoren dafür sprechen, dass sich eine Ladestation dort lohnt. Diese Lade-Infrastruktur solle also „bedarfsgerecht“ entstehen, erklärte Dr. Georg Teichmann (pwc).

„Diese Studie soll als konkrete Arbeitsvorlage dienen“, sagte Dr. Jürgen Römer vom Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Studie ist öffentlich zugänglich und richtet sich zum Beispiel an Unternehmer, Energieversorger und die Bauämter der Kommunen. Die Landkreise sollten ihre Arbeit im Bereich Elektromobilität vorantreiben und dafür werben, schlug der Berater Dr. Teichmann den Landräten und weiteren Vertretern der Kreise vor. Doch die Ladestationen zu errichten, zu betreiben und die Kosten abzurechnen, sollten sie vorrangig privaten Akteuren überlassen.

1325 Menschen hatten sich an der Umfrage beteiligt. Das gemeinsame Konzept zur E-Mobilität soll Impulse für weitere Anstrengungen geben. 

Die nordhessischen Landkreise sind zumeist ländlich geprägt und weisen eine hohe Auto-Dichte auf. Ziele der Kreise in Bezug auf Mobilität und Verkehr lauten daher wie folgt: Mobilität soll klima-, umwelt- und sozialverträglich sein; mehr Akzeptanz für alternative Antriebe schaffen; eine „Reichweitenangst der Bevölkerung“ mindern; regenerative Energien einbinden. Auf der Internetseite des Geoportals Hessens kann jeder für jeden Ort in Nordhessen einsehen, ob die Lage für eine E-Auto-Ladestation geeignet ist. Je heller die Kachel, desto besser ist der Bereich geeignet: geoportal.hessen.de  

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