Vitos-Klinik: Auch in Korbacher Ambulanz ist die Zahl gestiegen

Mehr Patienten in der Psychiatrie in Haina

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Waldeck-Frankenberg. Psychische Störungen wie Depressionen nehmen zu. Auswertungen der Fehlzeiten durch die Krankenkassen bestätigen das. So steht im Gesundheitsreport der Technischen Krankenkasse, dass es zwischen 2006 und 2014 eine Zunahme von Fehlzeiten mit entsprechenden Diagnosen um mehr als vier Fünftel gab.

Seitdem stagnieren die Zahlen auf hohem Niveau. Auch bei der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) von Vitos Haina ist dieser Trend angekommen und sie baut ihre Kapazitäten aus.

Momentan verfügt die Klinik über 112 Betten. Im Jahr 2017 sei die Zahl der vollstationären Fälle auf 1978 gestiegen, teilt die Klinik auf Nachfrage mit. Im Vergleich: 2012 wurden nur insgesamt 1826 vollstationäre Fälle behandelt und nach Bundespflegesatzverordnung abgerechnet.

Auch in den psychiatrischen Ambulanzen in Haina und Korbach seien 2017 mehr Patienten behandelt worden als im Vorjahr, erklärt Ralf Schulz, Geschäftsführer von Vitos Haina. „Die geplante Erweiterung unseres Angebotes um eine weitere Ambulanz mit Tagesklinik in Bad Wildungen ist angesichts dieser anhaltenden Entwicklung nur folgerichtig.“

Aus der gestiegenen Zahl der Aufnahmen und der hohen Nachfrage im ambulanten Bereich könne man ableiten, dass es offenbar eine größere Bereitschaft gebe, sich fachliche Hilfe zu suchen. Das sagt Rolf Speier, der Leiter der KPP. „Ob das nun eine echte Zunahme der Erkrankungen ist oder ob unsere Anti-Stigma-Arbeit Wirkung zeigt, ist schwer zu bewerten“, sagt Speier. Sein Eindruck sei, dass es mehr Erkrankungen gebe, die mit zunehmend hektischem Leben und Leistungsdruck zusammenhingen, etwa Erschöpfungssyndrome, Depression, Burnout. Intensive Mediennutzung, die bis zur Abhängigkeit führen kann, sei zudem ein neues Feld für Behandlungen. 

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