Trockenheit macht Wespen aggressiver

Mehr Patienten mit Wespenstichen in Waldeck-Frankenberg

In diesem Sommer besonders aggressiv: Aber mit einer Sprühflasche können Wespen vertrieben werden. 

Waldeck-Frankenberg. „Die anhaltende Trockenheit und Wärme führen dazu, dass Wespen auf ihrer Suche nach Feuchtigkeit und Nahrung aufdringlicher und gegebenenfalls aggressiver sind als sonst“, erklärt Dr. Kai Füldner, Direktor des Kasseler Naturkundemuseums.

Doch gibt es in diesem Sommer auch mehr Wespen? Zwar komme es durch das warme Frühjahr in der Region zu einer erhöhten Population, diese sei aber mit Blick auf die Schwankungen vergangener Jahre und im Vergleich zu anderen Insekten nicht außergewöhnlich hoch, sagt Füldner.

Nach Zahlen des Stadtkrankenhauses Korbach sind im Landkreis dieses Jahr offenbar mehr Menschen von Wespen gestochen worden als üblich: „Waren es im ersten Halbjahr 2017 nur 20 Patienten, suchten bis Juli 2018 bereits über 100 Patienten nach Insektenstichen die Ambulanz auf; sechs mussten stationär aufgenommen werden“, berichtete das Krankenhaus. Auch das Kreiskrankenhaus in Frankenberg meldet „im Vergleich zum Vorjahr zehn bis 20 Prozent mehr Wespenstiche“. Und auffällig sei, „dass die Entzündungen und Schwellungen oft stärker waren als in den Vorjahren“.

Auch Drogeriemärkte verzeichnen eine deutlich höhere Nachfrage nach Insektensprays, Duftkerzen und Leimfallen, sagte dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer auf Nachfrage. Dabei steht der Höhepunkt der Wespensaison im September und Oktober erst noch bevor.

Schwellung nach Stich ist normal

Dass nach einem Wespenstich eine große Schwellung entstehe, sei normal, sagt Dr. Jochen Klotz, Chefarzt am Stadtkrankenhaus Korbach. Oft reiche es, die Stelle zu kühlen. „Wer sich unsicher ist, sollte zum Arzt. Vor allem bei Insektenstichen in kritischen Regionen, wie etwa dem Hals-/Rachenraum, sollte direkt der Notruf über die 112 erfolgen. Viele unserer Patienten, die mit Insektenstichen in die Ambulanz kommen, fürchten wohl eine allergische Reaktion“, sagt Klotz. 

Allerdings hätten nur vereinzelt Patienten eine Allergie. Einer Entzündung nach einem Insektenstich lasse sich relativ gut vorbeugen. Zunächst sollte die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden. Um den Juckreiz zu minimieren, gibt es Gels in der Apotheke oder Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zitrone oder Zwiebel.

Wespen erfolgreich vertreiben: Die Wassermethode

Eine der am weitesten verbreiteten Methoden, um Wespen zu vertreiben, ist die Wassermethode.  Um Wespen mit Wasser zu vertreiben, benötigt man lediglich eine Sprühflasche und einen funktionierenden Wasserhahn. 

Gibt man einen Wassernebel in Richtung Wespe ab, denkt diese, es fange an zu regnen und flüchtet instinktiv in ihr Nest. Das funktioniert wirklich. (Von Jörg Paulus und Maik Dessauer) 

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