Hochschulzugang mit verschiedenen Abschlüssen

Immer mehr junge Menschen in Hessen studieren ohne Abitur

Immer mehr junge Menschen beginnen ein Studium, ohne Abitur gemacht zu haben. Bundesweit nutzen rund 60 000 Studenten diese Möglichkeit.

Das geht aus Angaben des Online-Studienführers „Studieren ohne Abitur“ hervor. Der Anteil der Studenten ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife in Hessen hat demnach 2017 den bislang höchsten Wert von 1,87 Prozent betragen. Während im Jahr 2012 noch 362 Studenten ohne klassisches Abitur ein Studium erfolgreich absolvierten, waren es 2017 bereits 743. Die Zahlen gehen aus Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Alleine an der Uni Kassel waren bei den beruflich Qualifizierten ohne Abi und Fachabi im Wintersemester 370 Studenten eingeschrieben. Vor zehn Jahren waren es nach Auskunft der Uni erst 128, vor fünf Jahren 274. Im Semester 2018/19 studierten die meisten von ihnen Wirtschaftswissenschaften, Humanwissenschaften und Maschinenbau. „Studenten mit beruflicher Qualifikation nehmen wir in der Regel als sehr motiviert wahr“, sagt der Uni-Pressesprecher Sebastian Mense. Die Uni Kassel biete Betreuung, Unterstützung und Vorkurse an – beispielsweise Mathe für Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurstudiengänge.

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Duales Studium an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Frankenberg

Seit zehn Jahren bietet die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) die duale Ausbildung „StudiumPlus“ in Frankenberg an. Dort gibt es die Studiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau und Softwaretechnologie sowie Prozessmanagement. 

20 Studenten machen derzeit bei der THM bei einem Modellversuch mit: Sie dürfen mit mittlerem Schulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung studieren. Als sehr engagiert und motiviert bezeichnet Dr. Harald Danne, Professor an der THM, die Studenten. „Sie müssen viel Stoff nachholen und brauchen Eigeninitiative.“ Unternehmer könnten darüber ihren Fachkräften Karrierechancen anbieten und sie im Betrieb halten. 

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