Land Hessen stellt Geld bereit 

Mehr Tempo-30-Zonen: Städte und Gemeinden haben Förderung im Blick

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Tempo-30-Zone: Das Land Hessen unterstützt den Ausbau mit drei Millionen Euro.

Um den Ausbau von Tempo-30-Zonen zu unterstützen, hat die schwarz-grüne Landesregierung ein Förderprogramm für Städte und Gemeinden aufgelegt. Drei Millionen Euro liegen dafür im Fördertopf. Wir fragten bei unseren Mittelzentren nach, ob sie die finanzielle Unterstützung abrufen.

Waldeck-Frankenberg. Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir weist mit Blick auf das Förderprogramm darauf hin, dass durch den Ausbau von Tempo-30-Zonen Lärm und Abgase vermindert und die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer erhöht werden. Dazu sagt Volker Zimmermann, Bürgermeister in Bad Wildungen: „Nicht immer sorgen Tempo-30-Zonen für weniger Abgase und Lärm.“ Es spiele immer auch die individuelle Verkehrssituation oder die Topografie eine Rolle.“ Zimmermann sieht aber auf jeden Fall Bedarf für einige Straßen in der Kurstadt und will dafür auch Förderanträge stellen. „Die Straßen sind Gartenstraße, Straße der Jugend, Weinbergstraße, Zum Hettensee, Hohlweg, Langes Rod, Bubenhäuser Straße, Ense, Burgweg und Talquellenweg“, sagt er.

Gefördert werden mit dem Programm sowohl das Aufstellen der Tempo-30-Schilder, als auch eine Verengung von Fahrbahnen, die Verbreiterung von Gehwegen oder der Bau von Verkehrsinseln. Solche Maßnahmen sind laut Zimmermann in Bad Wildungen ebenfalls geplant.

Klaus Friedrich, Bürgermeister in Korbach, sagt: „Schon vor Aufstellen des Förderprogramms hatten wir die Wohngebiete fast flächendeckend zu Tempo-30-Zonen ausgewiesen.“ Schul- und Kindergärten liegen nach Auskunft des Verwaltungschefs in der Regel innerhalb solcher Zonen. „Es gibt aber noch Grenzbereiche, die von der Verkehrsbehörde näher beobachtet werden, beispielsweise ein Teilbereich der Louis-Peter-Straße vor der Schule oder die Strother Straße im Bereich des Kindergartens“, sagt Friedrich. Zudem werde die Straße „Am Hauptbahnhof“ künftig auf Tempo-30 reduziert, im Bereich der Nahtstelle zur Fußgängerzone werde sie sogar als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Friedrich: „Es wird bei allen Maßnahmen stets geprüft, ob man Fördergeld abrufen kann.“

Florian Held von der Stadt Frankenberg weist darauf hin, dass man unabhängig von Fördergeldern bei der Einrichtung von Tempo-30-Zonen an die Straßenverkehrsordnung gebunden sei. „Dort werden die Voraussetzungen festgelegt. Dazu zählen unter anderem das Verkehrsaufkommen, die Menge an Fußgänger- und Fahrradverkehr und Straßenverlauf.“ Ausgeschlossen sei eine Tempo-30-Zone beispielsweise in Hauptverkehrsstraßen. Die Stadt führe jedoch bereits Gespräche mit Hessen Mobil und prüfe im Zuge einer flächenhaften Verkehrsplanung, ob die Einrichtung von weiteren Tempo-30-Zonen nötig, möglich und sinnvoll sei. Dabei werde auch immer nach Fördermöglichkeiten geschaut.

Die Stadt Bad Arolsen sieht nach umfangreicher Prüfung derzeit keinen Bedarf zur Ausweisung weiterer, großräumiger Tempo-30-Zonen. Das teilte Bürgermeister Jürgen van der Horst mit. Ähnlich ist die Situation in Willingen. „Wir haben in den meisten Bereichen, wo eine Verkehrsberuhigung wichtig ist, Tempo-30-Zonen“, sagt Bürgermeister Thomas Trachte. Interessant sei aber mit Blick auf das Förderprogramm, dass auch Fahrbahnverengungen zur Geschwindigkeitsbegrenzung finanziell unterstützt werden können. „Wir werden weiter genau danach schauen, in welchen Bereichen zu schnell gefahren wird. Und wenn man dann eine Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gefördert bekommt, ist das naürlich gut“, so Trachte.

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