Mengeringhäuser Dieter Bark sichtet scheues Tier bei  Bad Arolsen 

Wildkatze ganz nah

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Seltenes Foto-Glück in freier „Wildbahn“: Dem Naturfotografen Dieter Bark gelangen im Raum um Bad Arolsen tagsüber Aufnahmen von der extrem scheuen Wildkatze. Eigentlich beginnt sie ihre Jagd erst bei Sonnenuntergang.

Bad Arolsen. In den 50 Jahren, die Dieter Bark aus Mengeringhausen als Förster und Naturfotograf unterwegs war und ist, hatte er  noch nie die Gelegenheit, eine Wildkatze zu beobachten. Das hat sich nun geändert. 

Jäger zeigten mir hin und wieder Nachtfotos auf Wildkameras, die aber all die Wildkatzen nicht gut erkennen ließen. Nur ein 2017 entstandenes und in der Waldeckischen Landeszeitung veröffentlichtes Foto von Marcel Lindenborn zeigte die Wildkatze überzeugend.

Als mir jedoch neulich ein Jagdpächter im Raum Arolsen davon erzählte, dass er zwei Mal eine Wildkatze gesehen habe, wurde ich hellwach. Tagsüber und abends verbrachte ich insgesamt 15 Stunden auf zwei Hochsitzen und wartete. Schließlich erschien gegen 22 Uhr bei dämmrigen Licht eine starke Katze mit allen Merkmalen der Wildkatze. Zwei Tage später um 18 Uhr tauchte am selben Ort in der Entfernung wieder eine Wildkatze in der Abendsonne auf und zog direkt auf mich zu, sodass ich viele Fotos machen konnte. Wildkatzen sind extrem scheu und normalerweise nur in der Dunkelheit unterwegs. Bei der derzeitigen Mäusearmut hat sie wahrscheinlich der Hunger tagsüber aus der Deckung getrieben.

Europäische Wildkatzen waren und sind selten. Schon 1935 wurden sie durch das Jagdgesetz unter Schutz gestellt. 2018 wurde sie zum „Tier des Jahres 2018“ ernannt. Sie sind extrem scheu dem Menschen gegenüber und ihre besonders hoch entwickelten Sinnesorgane helfen ihnen, diesem aus dem Weg zu gehen.

Die Merkmale der Wildkatze, die auch auf dem Foto zu erkennen sind: Sie haben einen dicken, stumpf endenden Schwanz mit Dreier-Ringelung, einen Aalstrich auf Rücken, eine verwaschene Fellfarbe, langes Sommerhaar, schmale Streifen von Ohren zum Nacken, einen hellen Kehlfleck und eine fleischfarbene Nase.

Als die Wildkatze in Hochsitznähe angekommen war, gab es beim Fotografieren eine ganz leichtes Rutschgeräusch. Die Katze sprang kerzengerade in die Höhe und raste davon. Danach habe ich keine Beobachtung mehr machen können. (Dieter Bark)

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