Neue Perspektiven für Betroffene 

„Migrationspaket“ eröffnet auch in Waldeck-Frankenberg Chancen

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Hand in Hand: Chef Torsten Zimmermann (links) mit dem jungen Afghanen Masood Ludin bei der Zubereitung einer Bestellung. 

Im Juni hat die schwarz-rote Koalition im Bundestag das „Migrationspaket“ mit ihrer Mehrheit verabschiedet.

Zu den ersten im Landkreis Waldeck-Frankenberg, denen dieses Bündel an Gesetzen eine neue Perspektive eröffnet, zählen ein afghanischer Koch-Auszubildender, sein Küchenchef und seine Arbeitgeberin in Reinhardshausen. Der 27-jährige Masood Ludin absolviert seit eineinhalb Jahren seine Lehre im Reinhardshäuser Restaurant „Zimmermanns“. Sein größter Wunsch: „...dass ich bleiben darf.“ Doch das war bis zum Juni mehr als ungewiss, denn Ludins Asylantrag wurde abgelehnt.

Er legte Widerspruch ein. Dieses Verfahren läuft. Doch das neue „Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung“ aus dem Migrationspaket ist geeignet, Ludin vom Damoklesschwert der Abschiebung zu befreien. Die SPD bewarb diesen Ansatz lange als „Spurwechsel“.

Der Kreisausschuss Schwalm-Eder erläutert die Chancen für Ludin auf aktuelle Anfrage. Dort ist sein Asylverfahren angesiedelt. „Auf Herrn Ludin könnte das Gesetz Anwendung finden, weil er als Asylbewerber eine Ausbildung aufgenommen hat“, schreibt der Ausschuss.

Olga Zimmermann betreibt das Restaurant mit ihrem Mann Torsten, der die Küche leitet. „Wir werden um Masood kämpfen“, sagt er. Es sei heute sehr schwer, für die Gastronomie gute und zuverlässige Arbeitskräfte wie ihn zu finden, unterstreicht Olga Zimmermann: „Wir haben schon einige schlechte Erfahrungen mit Azubis gemacht.“ Deutsche seien schwer für die anstrengende Arbeit in Küche und Service zu gewinnen.

Das Ehepaar setzt daher auf ein internationales Team aus Einheimischen und Zuwanderern. „Man muss doch den Einzelfall sehen, ob sich jemand integriert und Leistung für die Gesellschaft bringt“, meint Torsten Zimmermann. Und Masood Ludin versteht nicht, dass er gehen soll, während andere, die Kriminelles täten, bleiben dürften.

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