Landkreis steht vor Gründung eines Vereins

Wiederbewaldung in Waldeck-Frankenberg: Mit Bürgern den Wald retten

Fichtensterben: „Für einen Wechsel weg von gleichförmigen Fichtenbeständen hin zum stabilen Mischwald ist es auf vielen Flächen notwendig, die abgestorbenen Fichten zu entnehmen“, sagt Hendrik Block von der Waldeckischen Domanialverwaltung.
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Fichtensterben: Durch die extreme Trockenheit der letzten drei Jahre sind auch in Waldeck-Frankenberg die Wälder stark beeinträchtigt. Schäden zeigen sich an Fichten durch den Borkenkäfer und an den Buchen. 

Um interessierte Menschen aus Waldeck-Frankenberg am Erhalt und Schutz der heimischen Wälder zu beteiligen, ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg gerade dabei, einen Verein zu gründen.

Dieser soll nach Auskunft des Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese „dicht an die Waldeckische Domanialverwaltung und die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH angedockt sein“.

Konkret soll es sich nach Auskunft des stellvertretenden Leiters der Domanialverwaltung, Hendrik Block, um einen „gemeinnützig tätigen Förderverein zur Wiederbewaldung und zum Waldumbau“ handeln. „Der Verein kann zum einen Spenden sammeln, um mit dem Geld Wiederbewaldungsprojekte auf den Kommunalwaldflächen zu unterstützen. Gleichzeitig soll er Veranstaltungen organisieren, bei denen Bürgerinnen und Bürger von fachlicher Seite Infos erhalten, wie sie selbst ihren eigenen Wald pflanzen und pflegen können“, so Block. Auch jüngere Menschen wolle man unter dem Stichwort „Waldpädagogik“ gezielt einbinden – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den Schulen.

Hendrik Block, stellvertretender Leiter der Waldeckischen Domanialverwaltung

„Die Corona-Pandemie und der Klimawandel werden das Phänomen weiter verstärken, dass die Menschen sich mehr in ihrer Heimat und im Naturraum aufhalten“, sagt Karl-Friedrich Frese, der als Dezernent auch für das Domanium und die Kommunalwald GmbH zuständig ist. In den heimischen Wäldern sei die Zunahme von Wanderern und Radfahrern schon jetzt zu spüren. Dies werde sich fortsetzen. „Das wollen wir auch, sind gleichzeitig aber bestrebt, das ganze zu lenken.“

Mit Blick auf die Schäden in den Waldeck-Frankenberger Wäldern macht Frese klar, dass der Landkreis eine Schutzfunktion gegenüber den Waldbesuchern habe, der man unter anderem durch die Aufarbeitung von Schadholz nachkomme. „Der zweite Punkt ist: Dadurch, dass viele Menschen in unseren Wäldern unterwegs sind, machen sich immer mehr von ihnen – wie wir – Gedanken um den Zustand des Waldes.“ Der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden würden verstärkt Anfragen erhalten. „Die Leute schauen intensiver in den Wald, sehen die Schäden und wollen wissen, wie sie helfen können“, so Frese.

Hintergrund: Schäden an zahlreichen Baumarten

Durch die extreme Trockenheit der letzten drei Jahre sind auch in Waldeck-Frankenberg die Wälder stark beeinträchtigt. Schäden zeigen sich an Fichten durch den Borkenkäfer und an den Buchen. Aber auch Eschen, Kiefern und Bergahorn sind durch Trockenheit, Insekten und Pilze stark beeinträchtigt. Viele Buchen sind in diesem Frühjahr nicht mehr ausgetrieben und etliche werden über den Sommer absterben, weil das Feinwurzelsystem so geschädigt ist, dass die Bäume sich nicht erholen. 

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