Landesregierung fördert Projekte für den ländlichen Raum

Milliarden für Mobiles Arbeiten

Spätestens seit Corona ein Begriff: Homeoffice, die ortsunabhängige Gestaltung von Arbeit dank digitaler Möglichkeiten.
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Spätestens seit Corona ein Begriff: Homeoffice, die ortsunabhängige Gestaltung von Arbeit dank digitaler Möglichkeiten.

Waldeck-Frankenberg – Der Trend geht zum Landleben: Die hessische Landesregierung will mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr zahlreiche Projekte für den ländlichen Raum fördern. Ministerin Priska Hinz (Grüne) hat in einer Videokonferenz den Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ vorgestellt.

Mobiles Arbeiten hat die Landesregierung dabei als eine der Grundvoraussetzungen erkannt. Ein Förderschwerpunkt soll daher auf dem Ausbau der digitalen Infrastruktur liegen. Gefördert werden sollen aber auch Netzwerke und Räume, in denen Menschen abseits der großen Städte ihrer Arbeit nachgehen können.

Priska Hinz

Musterbeispiel ist „Network Waldeck-Frankenberg“. Jonatan Freund hat das regionale Karrierenetzwerk 2015 gemeinsam mit Studienfreunden gegründet, die dem Landkreis nicht den Rücken kehren wollten. Von Anfang an habe die Digitalisierung eine große Rolle gespielt, sagt Freund. Er selbst ist bei einem Berliner Unternehmen beschäftigt, arbeitet aber meist in Waldeck-Frankenberg im Homeoffice oder bei „Korworking“ in Korbach – einer Art Bürogemeinschaft: „Für viele Jobangebote war es in der Vergangenheit notwendig, in die Stadt zu ziehen. Die Entkopplung von der Arbeitsstätte ist eine riesige Chance für den ländlichen Raum“, sagt Freund.

Mehr als 50 Unternehmen in der Region sind mittlerweile Partner des „Network Waldeck-Frankenberg“. Eine Umfrage habe gezeigt, dass die meisten von ihnen sich vorstellen könnten, dass ihre Angestellten zumindest tageweise auch andernorts als in der Firma selbst tätig sein könnten, erklärt Freund. „Die Unternehmen versprechen sich viel davon, auch was die eigene Attraktivität als Arbeitgeber betrifft.“

Neben Homeoffice und Firma bilden laut Freund Angebote wie „Koworking“ die dritte Säule für das Arbeiten auf dem Land: „Sie bieten eine gute Infrastruktur, Internet und eine Möglichkeit, sich mit anderen unmittelbar auszutauschen.“

Die Pandemie habe gezeigt, dass mobiles Arbeiten funktioniere, sagte Ministerin Hinz. „Wir wollen, dass die Jungen bleiben, dass Menschen dort hinziehen, dass Betriebe dort Nachwuchs finden.“

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