Waldeck-Frankenberg

Modellprojekt wird zu Grabe getragen

- Waldeck-Frankenberg (gl). Am kommenden Montag tagt der Kreistag. Die Abgeordneten wollen ein ambitioniertes Sparpaket beschließen. Es sieht auch vor, das bei Jugendlichen beliebte Nachtshuttle 
fiftyfifty-Taxi zu streichen.

Ein genialer Einfall führte im Jahr 2006 dazu, dass der Landkreis Wal-deck-Frankenberg dem öffentlichen Personennahverkehr ein innovatives Produkt hinzufügte: das fiftyfifty-Taxi. Die Idee war simpel. Um Jugendlichen von 16 bis 25 Jahren eine Möglichkeit an die Hand zu geben, außerhalb der Busfahrzeiten auch ohne Auto mobil zu bleiben, übernahm der Kreis fortan die Hälfte der Kosten nächtlicher Taxifahrten. Die Jugendlichen meldeten sich bei der EWF für das Angebot an, bekamen eine Bescheinigung und mussten mit dieser nur den halben Fahrpreis zahlen. Ideal, denn Taxifahrten sind für Schüler und Auszubildende nicht billig und die Wege im Landkreis lang. Der Gedanke hinter dem Konzept war naheliegend: der Schutz der Jugend. Autofahrten unter Alkoholeinfluss sollten vermindert, lange Fußmärsche durch die Nacht unterbunden werden. Das Angebot wurde sofort hervorragend angenommen. Die Nutzerzahlen entwickelten sich nach Aussage des Landkreises von 20 766 im ersten vollständig erfassten Jahr 2007 bis auf 30 977 im vergangenen Jahr. Dementsprechend sind auch die Kosten für den Kreis gestiegen, bei rund 84 000 Euro lagen sie 2009. Diese Kosten sind das Problem des fiftyfifty-Taxis: Es steht auf der Liste der Einsparungen, die der Kreistag am kommenden Montag beschließen könnte (wir berichteten). Das Sparpaket wird einen Umfang von etwa 2,6 Millionen Euro haben, das Beförderungsangebot trägt hier also gut 3,2 Prozent bei. Einmütig wendet sich die Jugend des Kreises gegen diese Einsparung. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Freitag, 25. Juni 2010.

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