Fast alle Kommunen haben sich entschieden

Mountainbike-Großprojekt: Planer für Grenztrail wird gesucht

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Wege durch Waldeck-Frankberg soll der Grenztrail Mountainbikern aufzeigen.

Bald geht es an die Planung: Das Grenztrail-Projekt steht vor seiner nächsten Stufe. Es steht fest, wer dabei ist und wer nicht - mit einer Ausnahme.

Seit diesem Monat läuft die Ausschreibung für die Planungsleistungen zum Mountainbike-Großprojekt Grenztrail. Das umfasst die komplette Konzeptentwicklung von der Bestimmung der Zielgruppe über das Marketingkonzept bis hin zur Streckenplanung, erklärt der Willinger Bürgermeister Thomas Trachte im Gespräch mit der WLZ.

Die vom Kreis veröffentlichte Frist endet am 4. September, die Vergabe soll Ende Oktober folgen. „Wir rechnen damit, dass wir für Entwicklung und Planung der Strecken das ganze Jahr 2020 brauchen werden“, sagt Trachte. Dann würden Genehmigung und Fördermittel für den eigentlichen Bau beantragt – die Hoffnung sei, bestenfalls 2021 beginnen zu können.

Der 2018 vorgestellte Grenztrail soll mehrere Bikeparks im Gebiet der teilnehmenden Kommunen enthalten und zu einer Strecke verbinden. „Ziel ist die nachhaltige Tourismusförderung in der ganzen Region“, erklärt der Rathauschef, in dessen Verwaltung die Idee geboren wurde.

Landkreis Waldeck-Frankenberg soll Regie beim Grenztrail führen

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg ist beteiligt und soll nun das Management übernehmen: Der Fachdienst Sport um Matthias Schäfer wird sich um das Projekt kümmern, bestätigt Kreis-Pressesprecher Dr. Hartmut Wecker.

Alle teilnehmenden Städte und Gemeinden werden derweil gebeten, Ansprechpartner zu stellen, erläutert Thomas Trachte – in Willingen seien das beispielsweise Büroleiterin Christina Hochbein und Christoph Bangert vom Bau- und Naturschutzamt. 

Neben dem Projektbüro und der engeren Leitung beim Kreis ist als drittes Standbein eine Gruppe geplant, bei der sich etwa interessierte Mountainbiker und Touristiker in das Projekt einbringen können.

Die 2,5 Millionen Euro teure Planung fördert das Land Hessen mit 1,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Insgesamt ist für das Projekt eine Investition von 14 Millionen Euro nötig.

Meiste Kommunen in Waldeck-Frankenberg sind beim Grenztrail dabei

Die letzte Kommune, in der noch keine Entscheidung über die Beteiligung am Grenztrail gefallen ist, ist Bad Wildungen. „Grundsätzlich hat die Stadt Interesse am Beitritt“, erklärt Bürgermeister Ralf Gutheil, touristisch sei das Projekt interessant. Sie habe aber auch klargemacht: Nach der aktuellen Berechnungsgrundlage wolle sie die anfallende Gebühr nicht bezahlen. 

Da die Übernachtungszahl dafür ein entscheidender Faktor ist, würde Bad Wildungen zum größten Beitragszahler, sagt Gutheil – ohne der Haupt-Profiteur zu sein: „Wir sind ein Klinikstandort, unsere Übernachtungen kommen zu 80 Prozent aus diesem Bereich.“ 

Neben der Frage, wie der genaue Streckenverlauf geklärt werde, sei das der entscheidende Punkt. Auf einen alternativen Vorschlag warte die Stadt bislang vergeblich: „Diese Berechnungsgrundlage können und werden wir nicht akzeptieren.“ 

Dem Zweckverband für Bau und Betrieb des Grenztrails beigetreten sind Diemelstadt, Bad Arolsen, Volkmarsen, Twistetal, Diemelsee, Willingen, Korbach, Waldeck, Edertal, Vöhl, Lichtenfels, Hatzfeld und Battenberg. Mit Lücken im Süden werde die Strecke womöglich kürzer als die ursprünglich angedachten 750 Kilometer durch den Kreis, aber das müsse die genauere Planung ergeben, sagt Thomas Trachte. 

Dass Battenberg und Hatzfeld eine Exklave bilden, sehe er nicht als Problem: Auch ein Bikepark in ihrem Bereich könne mit dem Gesamtsystem verbunden werden. Wie es sich auf Investitions- und Betriebskosten auswirke, dass nicht alle erhofften Kommunen dabei sind, sei schwer zu sagen, erklärt er: Es werde mit dem ursprünglichen Kostenrahmen geplant, damit alle Kommunen mit ihren Zusagen hinkommen. 

Die Frage, ob andere Gemeinden auch von jenseits der Landesgrenze dazustoßen könnten, verneint er fürs Erste: Im geförderten Projekt sei das nicht möglich. Denkbar wäre es später, erfordere dann aber ein neues Finanzierungsmodell.

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