Kreisverband fordert mehr Geld vor allem vom Land

Musikschulen in Waldeck-Frankenberg beklagen zu geringe Förderung

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Beliebte Musikschulkurse: Neben Kursen für Klavier und Gitarre ist Geige besonders beliebt. Doch es wird schwerer, Lehrer für diese Kurse zu finden

Waldeck-Frankenberg. Der Musikschulkreisverband Waldeck-Frankenberg klagt über eine zu geringe öffentliche Förderung. Diese beträgt in Hessen pro Musikschüler und Jahr 212 Euro. Damit steht das Bundesland an vorletzter Stelle der 13 Flächenbundesländer. „Wir sind in einer Abwärtsspirale“, warnt Rainer Horn, Leiter der Musikschule in Korbach.

Im Jahr 2016 lag der regelmäßige Zuschuss vom Land bei rund 64 000 Euro für den Musikschulkreisverband, 2017 werden es 78 000 Euro sein. Hinzu kommen projektbezogene Gelder bis zu 20 000 Euro pro Jahr.

Von jährlich etwa 1,5 Mio. Euro Gesamteinnahmen stammen knapp 300 000 Euro aus öffentlichen Zuschüssen, der Großteil – etwa 1,1 Mio. – stammt aus Gebühreneinnahmen für Kurse. Dass das nicht ausreiche, zeige das Problem der Lehrkräfte: „In Waldeck-Frankenberg verdienen sie gut 15 Prozent weniger als im Raum Kassel“, sagt Horn. Entsprechend entscheiden sich die Dozenten oft gegen eine Stelle im Kreis. Immer wieder müssten Kurse ausfallen, weil sich keine Lehrer finden, nicht einmal als Vertretung.

Klaus Hartmann, Schatzmeister beim Musikschulkreisverband, fordert eine gesetzliche Regelung, wie es sie beispielsweise bei der VHS gebe. Denn bislang sei die Unterstützung für Musikschulen eine freiwillige Aufgabe in Hessen.

„Das Land unterstützt in diesem Jahr die öffentlichen Musikschulen mit rund 2,65 Millionen Euro“, sagt Christoph Schlein, Sprecher des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. „Damit stehen 650 000 Euro mehr für die musikalische Bildung zur Verfügung als noch im Jahr 2014.“ Allein in diesem Jahr sei die Musikschulförderung um weitere 150 000 Euro erhöht worden, so Schlein. Die Förderung genieße einen „hohen Stellenwert in der Kulturpolitik der Landesregierung“.

"Frankfurter Schlüssel"

Das Land Hessen unterstützt die Musikschulen in diesem Jahr mit 2,65 Millionen Euro. „Alle Musikschultypen werden gleich behandelt – für eine Musikschule im ländlichen Raum gilt dieselbe Förderquote wie für eine städtische“, sagt Christoph Schlein, Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Werkzeug für die Verteilung sei der so genannte „Frankfurter Schlüssel“, mit dem die Fördersumme nach der Zahl der Unterrichtsstunden, der Schüler sowie der dadurch entstehenden Personalkosten unter den Musikschulen aufgeteilt wird, so Schlein.

In Hessen gibt es aktuell 66 öffentliche Musikschulen. (ren)

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