Mutmaßlicher Brandstifter von Dorfitter

Viele Anklagepunkte von Einbruch bis Körperverletzung in Korbach

Amtsgericht Korbach
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Um allen Anklagepunkten gerecht zu werden, wird der 21-Jährige noch mindestens einmal ans Korbacher Amtsgericht zurückkehren müssen.

Nicht nur die Brandstiftung in Dorfitter, auch Einbruch, Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung und Schwarzfahren werden einem 21-Jährigen vorgeworfen.

Der 21-Jährige, der in Dorfitter Feuer in einem Mietshaus gelegt haben soll, muss sich am Korbacher Amtsgericht noch wegen fünf weiteren Tat-Komplexen verantworten. Am ersten Verhandlungstag ging es auch darum, dass er am 8. Oktober 2019 die Schaufensterscheibe eines Fahrradgeschäfts in Korbach eingeworfen haben soll – in der Absicht, ein Fahrrad zu stehlen, warf die Staatsanwaltschaft ihm vor.

Die Zerstörung der Scheibe räumte er ein – allerdings habe er kein Rad stehlen wollen: Er sei traurig, wütend und betrunken gewesen und habe Aggressionen abbauen wollen. Ein kurz nach der Tat und Verhaftung vorgenommener Atem-Alkohol-Test hatte derweil 0,0 Promille ergeben.

Wie genau er das verstärkte Doppelglas samt Schutzfolie zertrümmerte, ist auf dem Überwachungsvideo wegen Dunkelheit nicht zu erkennen – eigentlich sollte dazu etwas wie ein Gulli-Deckel oder ein sonstiger schwerer Gegenstand nötig sein, erklärte der Inhaber des Geschäfts. Gefunden wurde nichts dergleichen. Den Schaden bezifferte er auf 3500 Euro: Nicht nur ging die Scheibe zu bruch, dahinter stehende Fahrräder wurden zerkratzt.

In zwei Punkten der Anklage zeigte er sich geständig: 16 Mal wurde er zwischen August und Dezember 2019 beim Schwarzfahren mit der Bahn erwischt, hauptsächlich in Hessen. Die DB beziffert den Schaden auf mehr als 200 Euro. Er habe damals keine Arbeit gehabt und noch kein Geld vom Jobcenter bekommen, erklärte er – die Fahrten hätten der Arbeitssuche gedient. Der Staatsanwalt merkte derweil an, dass zwei Fahrten zwischen Korbach und Kassel am 22. Oktober vom Datum zum anderen Verbrechen passten, welches er gestand: Ein Ladendetektiv beobachtete ihn dabei, wie er in einem Geschäft eine Flasche Parfüm im Wert von 92 Euro einsteckte. Zeugen zu den beiden Vorwürfen konnten nach den Geständnissen abbestellt werden.

Klarheit soll der weitere Prozessverlauf noch in zwei Punkte bringen: Am 30. November soll er beim Besuch einer Korbacher Gaststätte einen anderen Gast mit einer Bierflasche am Kopf verletzt haben – die Wunde wurde mit vier Stichen genäht.

Dass er sich wegen der Brandstiftung in der JVA Wiesbaden aufhalten muss, bedeutet derweil nicht, dass keine neuen Vorwürfe zusammenkommen: etwa, dass er eine Überwachungskamera verklebt haben soll, die ihn störte. Mitarbeiter, die sie säubern wollten, beleidigte er demnach – einer von mehreren Fällen: Unter anderem die Einrichtungsärztin titulierte er unflätig. Er sei verärgert gewesen – schließlich fehle ihm nichts.

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