Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Oberleutnant Maximilian T.

Mutmaßlicher Terrorhelfer arbeitet für Waldeck-Frankenberger AfD-Abgeordneten Jan Nolte

Sitzt für die AfD im Bundestag: Jan Nolte (Wahlkeis Waldeck).

Frankenberg/Berlin. In den Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. ist nun auch der Name Jan Nolte aufgetaucht. Oberleutnant Maximilian T., ein mutmaßlicher Komplize von Franco A., arbeitet als „persönlicher Referent“ für den Waldeck-Frankenberger AfD-Bundestagsabgeordneten. Das bestätigte Nolte gegenüber „Zeit Online“.

Nolte wohnte zuletzt in Frankenberg und Battenberg und war bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Waldeck/Kassel in den Bundestag gewählt worden. Er kenne Maximilian T. „als differenzierten und besonnenen jungen Menschen“, schrieb Nolte auf seiner Facebook-Seite. Gegenüber „Zeit Online“ betonte der AfD-Politiker, T. habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. 

"Zeit Online" zufolge verschickte der mutmaßliche Terrorhelfer T. im Februar im Auftrag Noltes von einem der Bundestagsaccounts des Abgeordneten eine E-Mail als "persönlicher Referent". Der 29-jährige Nolte hatte demnach im Herbst 2017 versucht, für T. einen Hausausweis für den Zutritt zu den Bundestagsgebäuden zu erhalten. Die Bundestagsverwaltung lehnte den Antrag jedoch ab.

Verdacht: Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat

T. war Mitte Mai 2017 festgenommen worden, Anfang Juli aber wieder auf freien Fuß gekommen. Gegen ihn ermittelt nach wie vor die Bundesanwaltschaft. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit Franco A. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Der Bundeswehroffizier Franco A. soll sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und unter dieser Tarnung Anschläge vorbereitet haben.

Die Männer werden verdächtigt, „aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus“ Anschläge geplant zu haben. Eine Liste mit möglichen Anschlagsopfern enthielt auch die Namen des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck und des damaligen Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD). T. gilt als ein mutmaßlicher Komplize, bestreitet aber die Vorwürfe.

Jan Nolte von Unschuld seines Mitarbeiters überzeugt

Jan Nolte betonte gegenüber der „Zeit“: „Ich bin überzeugt davon, dass er unschuldig ist.“ Darüber hinaus habe er von Anfang klargestellt, dass das Arbeitsverhältnis sofort beendet wäre, sollte sich einer der Vorwürfe als wahr erweisen. Auf seiner Facebook-Seite gab Nolte an, T. „arbeitet mir seit kurzer Zeit zu und unterstützt mich im Wahlkreisbüro“. Die Arbeitszeit betrage sieben Stunden die Woche.

Die Bundeswehr teilte dem „Zeit Online“-Bericht zufolge mit, T. sei offiziell noch immer Soldat im Stab des Jägerbataillons 291, das zur Deutsch-Französischen Brigade gehört. Nach Aussage eines Heeressprechers ist er dort weiterhin im Dienst. Bei seinen Vorgesetzten habe er eine Genehmigung für die Nebentätigkeit für den Bundestagsabgeordneten beantragt.

Zu den Vorwürfen gegen T. erklärte Nolte auf Facebook, die Liste potentieller Anschlagsziele enthalte „bei näherer Hinsicht lediglich eine handschriftliche Aufzählung wichtiger Akteure der Flüchtlingsdebatte“. Daraus lasse sich kein Hinweis „auf einen strafrechtlich relevanten Verwendungszweck entnehmen“.

Linken-Parteivize Tobias Pflüger sagte der Nachrichtenagentur AFP, Nolte müsse T. umgehend entlassen „und am besten gleich selbst seinen Hut nehmen“. Die AfD sei ein Sicherheitsrisiko. (AFP)

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