Aufräumarbeiten "stehen noch ganz am Anfang“ - weiter Gefahr im Wald

Nach Orkantief "Friederike": 272 000 Festmeter Holz liegen am Boden

+
Sturmtief „Friederike“ fegt am 18. Januar über Nordwaldeck und knickt ungezählte Bäume: Unser Bild zeigt Feuerwehrleute im Bad Arolser Aartal. Dort wurde eine Gruppe Nordic Walker von einem Baum getroffen. Zwei Sportler wurden verletzt.

Waldeck/Frankenberg. Rund 272 000 Festmeter Holz liegen allein in Waldeck/Frankenberg am Boden: Das ist die vorläufige Bilanz nach dem Sturm „Friederike“, der am 18. Januar mit orkanartigen Böen und Windgeschwindigkeiten bis zu 134 Stundenkilometern über die heimischen Wälder fegte. Im Landkreis besonders betroffen war das Forstamt Diemelstadt mit rund 142 000 Festmetern Windwurf-Holz.

Friederike war heftig, jedoch im Vergleich zum Orkan „Kyrill“, der vor elf Jahren wütete, nur ein laues Lüftchen. Allein in Waldeck-Frankenberg hatte „Kyrill“ im Januar 2007 rund 1,2 Millionen Festmeter Holz umgerissen. Damals wie heute am stärksten betroffen ist in den heimischen Wäldern die Fichten, die – je nach Standort – 90 bis 95 Prozent des Windwurf-Holzes ausmacht. Der Grund: Fichten haben flache Tellerwurzeln. Die nach dem niederschlagsreichen Winter nassen Waldböden boten den großen Bäumen bei dem stürmischen Wind kaum Halt.

Die Aufräumarbeiten im Wald stehen nach den Worten von Eberhard Leicht, Leiter des Forstamtes Burgwald, „noch ganz am Anfang“.

Abseits der Waldwege herrscht noch Lebensgefahr

Die direkt nach dem Sturm Friederike aus Sicherheitsgründen erfolgte Sperrung von Waldgebieten ist inzwischen fast überall wieder aufgehoben. Der stellvertretende Leiter des Forstamtes Frankenberg, Jerôme Metz, warnt jedoch davor, die befestigten Waldwege zu verlassen und sich in die Nähe umgestürzer Bäume zu begeben. „Dort herrscht nach wie vor Lebensgefahr“, sagt Jerôme Metz.

Absehbar ist, dass nach den Sturmschäden große Mengen Holz auf den Markt drängen. Aus diesem Grund hat Hessen-Forst alle geplanten Nadelholz-Fällungen im Staatswald gestoppt. Außerdem sollen Nasslagerplätze angelegt bzw. wieder in Betrieb genommen werden, auf denen das Holz über mehrere Jahre – ohne Qualitätsverlust – zwischengelagert werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare