Waldeck-Frankenberg

Nachfolger für Fifty-Fifty-Taxi gesucht

- Waldeck-Frankenberg (lb). Das Fifty-Fifty-Taxi soll 
einen Nachfolger bekommen. Mit nur einer Stimme Mehrheit hat der Kreistag beschlossen, ein neues Konzept zu erarbeiten.

Die Entscheidung war denkbar knapp: Nur weil am Montagabend nach rund sechs Stunden Sitzung 
offenbar schon einige Koalitionäre den Kreistag verlassen 
hatten, sicherte sich die SPD 
für ihren Antrag eine Mehrheit von 30 zu 29 Stimmen. Damit 
ist beschlossen, dass der Kreisausschuss ein „optimiertes 
Konzept“ für das zum Jahresende auslaufende Fifty-Fifty-Taxi vorlegt. Ein Nachfolgeprojekt könne auf das etablierte Anruf-Sammeltaxi-System (AST) aufbauen, 
schlug Dr. Christoph Weltecke (SPD) vor: „Hier müssen wir einen Lückenschluss in den Nachtzeiten erreichen, in denen das AST derzeit nicht fährt.“ Es sei aber nicht zwingend Aufgabe des Landkreises, dieses neue Angebot zu finanzieren. So müssten diejenigen, die von dem Projekt profitierten – etwa Gastronomen, Diskothekenbetreiber, Taxi-Unternehmer und Krankenkassen – mit in die Pflicht genommen werden. Jürgen Frömmrich (Grüne) sprach sich für die unverän-derte Fortsetzung des Projekts aus: „Wir haben ein gutes Konzept, die Jugendlichen nehmen es an. Deshalb sollte man es weiterführen.“ Tatsächlich sei der Kreis der Nutzer aber stetig zurückgegangen, wandte 
Timo Hartmann (CDU) ein. Nur noch 1500 der für ein Jahr gültigen Ausweise seien derzeit 
im Umlauf. Außerdem werde das Fifty-Fifyty-Taxi vorwiegend im Raum Frankenberg genutzt, um eine Diskothek in Geismar zu erreichen. Hartmann: „Deshalb ist ein neues Konzept notwendig.“ Die CDU wolle aber nicht in „Aktionismus“ verfallen. Ziel müsse vielmehr ein Mobilitätskonzept für alle Bevölkerungsgruppen sein. Das verfolge auch die FDP, 
erklärte Hiltrud Schwarze für 
ihre Fraktion. Das Fifty-Fifty-Taxi 
sei nur ein „isoliertes Paket“. 
Jugendlichen sei es darüber 
hinaus zuzumuten, Fahrgelegenheiten selbst zu organisieren oder sich mit mehreren die 
Taxikosten zu teilen: „Wir können nicht den Jugendlichen die Verantwortung abnehmen und sie subventioniert nach Hause bringen“, sagte Schwarze.

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