Feuerwehr

Nachholbedarf bei Atemschutzträgern in Waldeck-Frankenberg

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Zur Übung: Meike Kroll und Till Paulus von der Feuerwehr Viermünden sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger. 

Im Landkreis gibt es 2308 Feuerwehrleute, die einen Atemschutzgerätelehrgang besucht haben. Dies teilte die Pressesprecherin auf Anfrage mit. Nicht alle besuchen regelmäßig Lehrgänge.

Das hört sich zunächst viel an: Theoretisch hat also jede der 22 Kommunen im Schnitt rund 100 ausgebildete Atemschutzgeräteträger (AGT). Die Frage ist aber, ob sie im Ernstfall tatsächlich einsetzbar sind, denn viele Lehrgangsabsolventen versäumen es, ihre Kenntnisse im Nachgang regelmäßig aufzufrischen.

„Leider absolvieren nicht alle Atemschutzgeräteträger die erforderlichen Übungen, Unterweisungen und Untersuchungen in den vorgeschriebenen zeitlichen Abständen“, heißt es hierzu aus dem Kreishaus. Dies bestätigt Carsten Lauer vom Landesfeuerwehrverband. 

Er gibt allerdings zu bedenken, dass es zum Teil schlicht versäumt werde, die absolvierten Übungen zu dokumentieren und daher einige AGT zu Unrecht als nicht einsatzfähig in den Akte geführt würden. Von den fast 72.000 Feuerwehrangehörigen in Hessen seien zwei Drittel ausgebildete Atemschutzgeräteträger, so Lauer. In den freiwilligen Feuerwehren sei nicht zwingend vorgegeben, diese Ausbildung zu absolvieren.

„Hessenweit werden pro Jahr knapp 1200 neue AGT auf Kreis- und Landesebene ausgebildet“, berichtet Lauer. „Sieht man nur die absolute Zahl, ist dies eine gute Quote.“ Ob allerdings tatsächlich genügend AGT zur Verfügung stünden, hänge von den örtlichen Gegebenheiten ab. So scheitere die jährlich vorgeschriebene Belastungsübung oftmals daran, dass aus Kapazitätsgründen nicht genügend Termine für die Übungsstrecke angeboten werden könnten, sagt Lauer. Die einzige Übungsstrecke im Landkreis ist in Korbach.

Ein weiteres Problem – gerade auf dem Land – sei die fehlende Tageseinsatzstärke in einigen Ortsteilfeuerwehren. „Inzwischen haben allerdings nahezu alle Kommunen darauf reagiert, indem sie ihre Alarm- und Ausrückeordnungen soweit angepasst haben, dass immer mehrere Ortsteilwehren alarmiert werden.“

Zudem sei man dazu übergegangen, beim Ausrücken die Anzahl der AGT über Funk mitzuteilen. Dadurch habe die Einsatzleitung die Möglichkeit, frühzeitig weitere Kräfte alarmieren zu lassen, so Lauer. 

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