Waldeck-Frankenberg

Nachtfahrverbot: Ausnahmen für heimische Unternehmer

- Waldeck-Frankenberg. Das Nachtfahrverbot für Lastwagen auf den Bundesstraßen B3 und B252 tritt am Montag in Kraft. Für heimische Unternehmen gilt eine Ausnahme.

Das Nachtfahrverbot gilt von 22 bis 6 Uhr für Laster mit mehr als 3,5 Tonnen. Betroffen sind die Abschnitte der B3 zwischen Borken und Cölbe und der B252 zwischen Diemelstadt und Lahntal-Göttingen. Mit dem nächtlichen Fahrverbot sollen die Anwohner vor Verkehrslärm geschützt werden. Das kündigte Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch (FDP) am Freitag nach einem Treffen des Runden Tisches betroffener Gemeinden und Unternehmen in Kassel an.

Unternehmen aus den Kreisen Waldeck- Frankenberg, Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder und Hochsauerland dürfen ihre Betriebe allerdings weiterhin anfahren, sollen aber mit verbesserten Betriebsabläufen die Zahl nächtlicher Fahrten verringern. Der Runde Tisch hat sich laut Saebisch auf eine entsprechende gemeinsame Erklärung geeinigt. „Wir sind zuversichtlich, dass es damit gelingen wird, die nächtlichen Lärmwerte zu vermindern und die Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten.“

Um den Transitverkehr fernzuhalten, werde die Polizei die Strecken intensiv kontrollieren, kündigte der Staatssekretär an. Im übrigen habe sich Hessen auf der Verkehrsministerkonferenz in dieser Woche für wesentlich höhere Bußgelder für Verstöße gegen das Nachtfahrverbot stark gemacht. Er sagte auch zu, die Planungen von Ortsumgehungen zu beschleunigen.

Mit der neuen Regelung entfällt das bisher ganztägige Durchfahrverbot für Lastwagen mit mehr als zwölf Tonnen. Es galt zuletzt nur noch aufgrund einer Erprobungsklausel. Diese Regelung von 2006 war Ende 2009 vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel aufgehoben worden, nachdem Logistikfirmen dagegen geklagt hatten.

Ursprünglich hatte das Verkehrsministerium ein komplettes Nachtfahrverbot geplant. Die heimischen Unternehmer protestierten aber dagegen. In den vergangenen vier Wochen arbeitete das Ministerium die neue Kompromisslinie aus. Vertreter von Continental in Korbach und Viessmann in Allendorf (Eder) begrüßten die Regelung als „Zwischenschritt“. Vorrangiges Ziel müsse jetzt der Bau von Umgehungsstraßen sein. (lhe/lb).

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