Karneval in Corona-Zeiten erschwert Planungen der Saison 2020/21

Närrisches Treiben mit vielen Fragezeichen

Karneval im vollen Saal: Die Fremdensitzung in Wrexen ist immer einer der Höhepunkte der Faschingssaison. Ob sie nächstes Jahr wie geplant stattfinden kann, steht jedoch in den Sternen.
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Karneval im vollen Saal: Die Fremdensitzung in Wrexen ist immer einer der Höhepunkte der Faschingssaison. Ob sie nächstes Jahr wie geplant stattfinden kann, steht jedoch in den Sternen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will den Karneval wegen Corona ausfallen lassen. Auch Stephan Pusch, Landrat des von der Pandemie stark gebeutelten Landkreises Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, plädiert für eine Absage der Karnevalssaison 2020/21, die traditionell am 11. November beginnt und bis Aschermittwoch dauert, der 2021 am 17. Februar ist. 

In den närrischen Hochburgen in Waldeck-Frankenberg sind die Verantwortlichen mit Blick auf die Ausrichtung des kommenden Karnevals ebenfalls skeptisch. Einige haben ihre Veranstaltungen schon abgesagt oder planen sie in geringerem Umfang.

„Es wird 2021 keine Karnevalssitzung im herkömmlichen Sinne geben“, lautete am Sonntag der Tenor in der Jahreshauptversammlung der Burgwaldnarren. „Tot ist der Karneval nicht, auch wenn keine traditionelle Sitzung unter den jetzigen Umständen möglich ist. Es soll weder die Gesundheit der Gäste noch der Mitglieder aufs Spiel gesetzt werden. Der Karnevalsverein wird aber in irgendeiner Form präsent sein“, sagte der Vorsitzende der Burgwaldnarren, Oliver Löw.

„Sicher ist es aktuell schwierig, sich die kommende Session so vorzustellen, wie wir sie kennen und lieben. Natürlich haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht. Bevor wir jedoch Entscheidungen treffen, werden wir uns mit unseren Mitgliedern austauschen und dann gemeinsame Lösungen finden“, sagt Alexander Siebert vom Karnevalsverein Rot-Weiß Hemfurth.

Der Manderner Carnevals Club wird erst im September darüber beraten, ob und in welcher Form der Karneval stattfinden kann. Allerdings sieht Präsident Bruno Glombiewski eher schwarz statt bunt: „Ich gehe davon aus, dass keine Veranstaltungen stattfinden. Auch die Proklamation eines Prinzenpaares ist nicht vorgesehen. Im Dorfgemeinschaftshaus könnten aktuell lediglich 30 Besucher aufgenommen werden.“

„Wir wollen das in Ruhe im September entscheiden. Wir müssen spätestens Anfang Oktober mit den Vorbereitungen beginnen, so dass wir noch etwas Luft haben“, berichtet der Präsident der Volkmarser Karnevals-Gesellschaft (VKG), Christian Diste. Dass eine Karnevalssaison so verlaufen würde wie bisher, sei aber allein unter dem Eindruck der Amokfahrt beim diesjährigen Rosenmontagsumzug in Volkmarsen mit 154 Verletzten nicht denkbar.

Noch keine Entscheidungen über eine Absage der Karnevalsveranstaltungen sind in Gemünden, Rennertehausen und Reddighausen gefallen. Die Tendenz geht aber auch dort dahin, dass es keinen Karneval in der üblichen Form geben wird. Verträge – beispielsweise mit einer Musikkapelle – seien noch nicht abgeschlossen worden, berichten zum Beispiel die Karnevalisten in Gemünden. Der SV Rennertehausen will mit seiner Entscheidung bis Anfang Oktober warten – dann würden ohnehin erst die Vorbereitungen für das Karnevalsprogramm beginnen. red/rü

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