Festakt und Klangkonzert in Waldeck

Nationalpark Kellerwald- Edersee feiert zehn Jahre Prädikat Weltnaturerbe

Musik aus der Natur präsentierten Ursula und Frank Wendeberg bei ihrem Konzert in Waldeck.
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Musik aus der Natur präsentierten Ursula und Frank Wendeberg bei ihrem Konzert in Waldeck.

Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee wurden vor zehn Jahren zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Das wurde am vergangenen Freitag mit einem Festakt und einem Viel-Klang-Konzert gefeiert.

Wenn es im Nationalpark hupt, dann hat sich kein Auto in das Welterbegebiet verirrt. Es sind die kleinen Geburtshelferkröten, die sich in ihrer Paarungszeit intensiv unterhalten. „Wir haben für unser Projekt 16 Nationalparks in Deutschland besucht, die alle zu dem UNESCO- Weltnaturerbe gehören. In keinem anderen Nationalpark haben wir diese Tiere gehört“, erklärten Ursula und Frank Wendeberg. Sie waren für ihr Musik- und Umweltbildungsprojekt zwei Jahre lang unterwegs.

Sie wollten hören, wie das klingt: „Natur Natur sein lassen“. Mit viel Geduld und modernster Audio-Technik, entstand eine CD, in der Frank Wendeberg seine vielseitige Musik mit den Tierstimmen und Naturgeräuschen verbindet. Jeder Nationalpark erhielt so sein eigenes Lied. Anlässlich vieler Nationalpark-Jubiläen touren sie jetzt mit ihrem Konzert durch die Schutzgebiete und kamen auch zurück in den Kellerwald (Artikel unten).

10 Jahre Weltnaturerbe: Festakt auf Schloss Waldeck

Mit einem Festakt wurde, genau zum Jahrestag, auf Schloss Waldeck gefeiert. Manfred Bauer, Nationalparkleiter, Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, Oliver Conz, Staatssekretär Hessisches Umweltministerium, Fritz Schäfer, Kreisbeigeordneter und Klaus Gier, Bürgermeister Nationalpark-Gemeinde Edertal erinnerten daran, wie die Geschichte des Weltnaturerbes begann. Rund 1500 Hektar wurden 2004 als besonderes Schutzgebiet ausgewiesen.

Nicht alle Gemeinden und Politiker waren damals sofort einverstanden. Inzwischen wissen die Gemeinden um ihren Schatz, der ihnen mit dem sanften Tourismus viele neue Gäste bringt. „Wir haben aber nicht Verantwortung für unsere Buchenwälder, Wald insgesamt braucht uns.“ appellierte Bauer an alle Geburtstagsgäste aus Politik und Gesellschaft, die den Nationalpark unterstützen und tröstete zugleich: „Der Wald ist stark, er verschwindet nicht. Er hilft sich selbst. Er sieht vielleicht nur anders aus.“ 

10 Jahre Weltnaturerbe: Tierlaube treffen bei Konzert auf Weltmusik

Zu dem Viel-Klang-Konzert nach dem Festakt im Schlossgarten unterhalb des Schlosses Waldeck waren am Freitag rund 100 Besucher gekommen. Sie hörten zu der Musik von Frank Wendeberg unter anderem Fischotter und Eulen aus dem Bayrischen Wald, Singschwäne und nordische Gänse von der Ostsee, das Schmelzwasser und die Paargesänge der Zwergtaucher im Schwarzwald.

16 Parks lieferten mehr als eine Stunde lang Musik. Das Lied des heimischen Nationalparks Kellerwald-Edersee wurde mit besonderer Spannung erwartet und mit viel Beifall belohnt. Es begann laut: Eine Rotte Wildschweine suhlt sich im Schlamm. Zu den Klängen eines Marimbaphons übernimmt ein Frühlingskonzert unzähliger Vögel, ein Buchfink singt, das Wasser des Heimbachs plätschert. Stimmungen und Geräusche werden schließlich von einem Vibraphon in den Dreivierteltakt eines Walzers geführt, bis Nilgänse einen geräuschvollen musikalischen Schlussstrich setzen. Und die Geburtshelferkröten klingen am Ende des beeindruckenden Konzertes in dieser stimmungsvollen Atmosphäre gar nicht mehr wie Hupen. Wie Glöckchen läuten sie die aufkommende Nacht ein. Von Barbara Liese

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