Prädikat mit Werbekraft

Nationalpark Kellerwald-Edersee ist „Fahrtziel Natur“

Plakate und Broschüren für das „Fahrtziel Natur“ Nationalpark Kellerwald: Die stellten bei einem Pressetermin in Frankenau Vertreter der beteiligten Organisationen vor (von links): Jörg Nitsch (BUND), Hessens Umweltministerin Priska Hinz, Ralf Schulte (NABU), die heimische Projektleiterin Jutta Seuring vom Nationalparkamt, Anette Blumberg vom NVV, Dr. Kathrin Bürglen Projektleiterin „Fahrtziel Natur“, Landrat Dr. Reinhard Kubat und Dr. Klaus Vornhusen (Deutsche Bahn).   

Frankenau. Besucher der Kellerwald-Region sollen möglichst nicht mit dem Auto kommen, sondern entspannt und umweltfreundlich mit Bahn, Bus und Anrufsammel-Taxi (AST) anreisen. Wenn dafür ausreichend Mobilitätsangebote zur Verfügung stehen, dann erteilt eine Kooperation aus Umweltverbänden und der Deutschen Bahn das Prädikat Fahrtziel Natur. Genau diesen Titel hat der Naturpark Kellerwald-Edersee erhalten.

Dies wurde bei einem Pressetermin am Mittwochnachmittag in Frankenau gewürdigt. Es ist ein Titel mit Werbekraft. Denn in Bahnhöfen, Zügen, in anderen Nationalparken, die schon Fahrtziel Natur sind, und über die Umweltverbände wird das Fahrtziel vorgestellt.

Drei Jahre Arbeit im Nationalparkamt

Um das Prädikat für den Nationalpark Kellerwald zu erhalten, hat eine Projektgruppe unter Leitung von Jutta Seuring vom Nationalparkamt drei Jahre an der Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs gearbeitet, sodass Besucher von den Bahnhöfen in Bad Wildungen und Herzhausen mit Bus und AST zu Zielen im Nationalpark kommen können. Es wurden neue Haltestellen geschaffen, zum Beispiel an der Kellerwald-Uhr in Frankenau. Dort können Besucher eine Wanderung etwa nach Bringhausen starten und von da wieder mit dem AST an den Ausgangspunkt gelangen.

Neue Haltestellen auf dem Weg zum Nationalpark

Das Nationalparkamt hat die Wege zum Nationalpark von vielen Haltestellen aus ausgezeichnet, seine Veranstaltungen an die Bus- und AST-Fahrpläne angepasst und eine Mobilitätsbroschüre erstellt. Der Nordhessische Verkehrsverbund und die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) haben neue Buslinien geschaffen. Bei Bedarf fahren Busse die Jugendherbergen oder andere touristische Ziele an (Rufbus-System). Das für die Tourismuswerbung zuständige Regionalmanagement Nordhessen hat mit einer Marketing-Kampagne bei Beherbergungsbetrieben geworben, bei „MeineCard“ mitzumachen. Ihre Gäste können diese Karte erhalten und damit kostenlos öffentliche Verkehrsangebote nutzen und freien Eintritt in Freizeiteinrichtungen erhalten.

Auch das Auskunfts- und Buchungsangebot wurde aufeinander abgestimmt. „Es war ein aufwendiger Prozess“, bilanzierte die Projektleiterin Jutta Seuring. Über das EU-Leader-Programm wurde für zwei Jahre eine Halbtagskraft dafür angestellt. Ein wichtiges Ergebnis sei auch, dass die beteiligten Akteure sich nun gut kennen und weitere Projekte denkbar seien.

Als „ein wunderbares Beispiel für die Entwicklung des ländlichen Raumes, bei der in vorbildlicher Weise ökologische und ökonomische Potenziale miteinander verbunden werden“, würdigte Hessens Umweltministerin Priska Hinz das Projekt. Das Land habe 25 Millionen Euro für die Inbetriebnahme der Kellerwaldbahn mit dem Ausbau von Bahnhöfen, Haltestellen und Parkplätzen bereit gestellt.

Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat freute sich über das Prädikat „Fahrtziel Natur“ und stellte die Bedeutung der Ausweisung des Nationalparks 2003 und die Reaktivierung der Bahnstrecke Korbach-Frankenberg 2015 für den Landkreis heraus.

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