Bis zu 1800 Hektar mehr Fläche - Steilhänge am nördlichen Edersee einbeziehen

Nationalpark Kellerwald-Edersee wird vergrößert

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Der Urwaldsteig würde mit der Erweiterung fast vollständig auf Nationalpark-Gebiet liegen.

Waldeck-Frankenberg – Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wächst. Am Freitag unterzeichneten Hessens Umweltministerin Priska Hinz, Landrat Dr. Reinhard Kubat sowie die Bürgermeister von Vöhl, Waldeck und Edertal eine entsprechende Absichtserklärung, nach der der einzige Nationalpark Hessens bis zu 1800 Hektar größer wird.

Bereits im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen wurde festgehalten, dass der Park um die Steilhänge am Nordufer des Edersees erweitert werden solle, allerdings nur im Einvernehmen mit der Region. Damals war noch von einer Fläche von gut 1000 Hektar ausgegangen worden.

Mit der Erweiterung wird der Nationalpark von jetzt rund 5700 Hektar auf bis zu 7500 Hektar wachsen. Im Sommer 2020, so das Ziel von Ministerin Priska Hinz, soll die geänderte Verordnung des Nationalparks in Kraft treten. Der Nationalpark sei mit Blick auf Naturschutz und Tourismus ein Erfolgsmodell, sagte die Ministerin. Davon würde die Region profitieren. Besonders wertvoll aus naturschutzfachlicher Sicht seien die Steilhänge, die geschützt werden müssten.

1800 Hektar stehen zur Diskussion

Wie groß die neue Fläche des Parks letztlich ausfallen wird, ist noch nicht klar. Die 1800 Hektar seien der Vorschlag, mit dem man jetzt in die Diskussion einsteigen wolle, so Priska Hinz.

Nun wird eine Arbeitsgruppe die genauen Rahmenbedingungen der Erweiterung festlegen. Dieser Gruppe gehören unter anderem die Kommunen Vöhl, Waldeck und Edertal, der Landkreis, Hessen-Forst und das Umweltministerium an, außerdem Umwelt- und Tourismusverbände sowie Privatwaldbesitzer.

Fest stehen schon jetzt zwei wichtige Aspekte aus Sicht der Kommunen und des Landkreises: Eine touristische Nutzung und Entwicklung in dem Gebiet ist auch weiterhin möglich. Und: Der Edersee selbst wird vom Schutzstatus nicht berührt sein. Auch Camping- und Zeltplätze sollen weiter genutzt werden können.

Mehr Schutz für die Steilhänge

Die Steilhänge am nördlichen Ufer des Edersees, die sich über rund 1000 Hektar von Herzhausen bis ins Edertal ziehen, sind zu einem großen Teil ein Stück des Naturschutzgroßprojektes Kellerwald gewesen, das Ende des Jahres auslief. Der Bund hatte das Projekt, mit dem besondere Landschaften erhalten werden sollen, finanziert. Eine Bedingung der Unterstützung war: Der Schutz des Gebiets sollte auch nach Auslaufen des Projekts noch gegeben sein. Gehört die Fläche zum Nationalpark, ist der Schutz garantiert.

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