Gespräche in Arbeitsgruppe stehen kurz vor dem Abschluss

Nationalpark Kellerwald-Edersee wird um 1800 Hektar wachsen

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Der Nationalpark Kellerwald-Edersee

Waldeck-Frankenberg – Die Arbeitsgruppe zur Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee wird Ende September zum letzten Mal tagen.

Die letztendliche Größe des Gebiets wird erst am Ende des offiziellen Beteiligungsverfahrens feststehen, so das Umweltministerium. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die bislang angedachte Vergrößerung um gut 1800 Hektar kommt.

Wie groß die Erweiterungsfläche am Ende sein wird, sei einer der Schwerpunkte in den Sitzungen der Arbeitsgruppe. Dieser gehören die Bürgermeister von Vöhl, Edertal und Waldeck, aber auch Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaft, von Umwelt- und Tourismusverbänden sowie von Waldbesitzern an. Bisher sind sie drei Mal zusammengekommen, die vierte und letzte Sitzung wird am 30. September sein, da „zum Teil umfangreiche Abstimmungen“ erforderlich seien, heißt es aus Wiesbaden. Am Ende soll zunächst die Nationalparkverordnung für das neue Gebiet stehen.

Bürger können sich einbringen

Im Oktober wird im Nationalparkbeirat diese Verordnung besprochen. Auch Bürger können sich über Stellungnahmen zu dem Entwurf äußern. Am Jahresende wird es schließlich noch eine Info-Veranstaltung mit Umweltministerin Priska Hinz geben, bei der Bürger Fragen stellen, aber auch Einwände und Anregungen zur Nationalpark-Erweiterung vorbringen können.

Bis ins letzte Detail sei das neue Nationalparkgebiet noch nicht abgestimmt, sagt ein Sitzungsteilnehmer. Bisher werde mit dem bekannten Entwurf gearbeitet. Demnach würde sich die Nordfläche des Nationalparks über das Gebiet von Herzhausen, Vöhl und Nieder-Werbe bis nach Waldeck und ins Edertal ziehen. Mit größeren Gebiets-Veränderungen wird nicht mehr gerechnet.

Ausgearbeitet werden derzeit auch ein eigenes Wildtiermanagement- und ein Wegekonzept für das Areal. Fest steht: Auch künftig wird in dem Gebiet gejagt. Und: Der Tourismus – ob Wandern, Radfahren oder Reiten – soll nicht eingeschränkt werden. Stattdessen solle er „besonders profitieren“, wie Priska Hinz in einem Interview mit unserer Zeitung bereits im April betonte. 

Von 5700 auf 7500 Hektar

Aktuell ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee – der einzige Nationalpark in Hessen – rund 5700 Hektar groß. Etwa 7500 Hektar werden es nach der Erweiterung um die nördlichen Steilhänge sein. Zunächst war mit 1000 Hektar Erweiterung geplant worden, aufgenommen werden aber auch Flächen aus dem derzeitigen Naturschutzgroßprojekt. Die neue Nationalparkverordnung soll, so sieht es der Zeitplan des Ministeriums vor, „bis Mitte des Jahres 2020 in Kraft treten“. 

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