Sitzung des Zweckverbands Naturpark Kellerwald-Edersee · Haushalt für 2014 beschlossen

Naturerlebnishaus wird 2015 geschlossen

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Diesen Ausblick gibt es vom Kellerwaldturm. Um die Zukunft der maroden Konstruktion ging es unter anderem bei der Versammlung des Zweckverbands Naturpark Kellerwald-Edersee.

Waldeck-Frankenberg - Der Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee wird den Mietvertrag für das Naturerlebnishaus nicht verlängern. Bei der Verbandsversammlung beschlossen die Mitglieder zudem den Haushalt für 2014. Auch der Kellerwaldturm war ein Thema.

Investitionen in Höhe von rund 240 000 Euro haben die Mitglieder des Zweckverbands Naturpark Kellerwald-Edersee­ für 2014 geplant. Der Haushalt wurde auf der Verbandsversammlung am Dienstagabend in Vöhl beschlossen. Mit 159 000 Euro ist der größte Teil davon für den Grundstückserwerb im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes eingeplant. Unter anderem sind auch Ausgaben für die Innenausstattung des geplanten Arche-Info-Schiffs in Frankenau sowie die Neugestaltung des Internet-Auftritts vorgesehen.

Dem gegenüber stehen Einzahlungen in Höhe von etwa 190 000 Euro aus Fördermitteln, sodass am Ende ein Minus von knapp 50 000 Euro bleibt. Der positive Kassenbestand (zum Jahresende voraussichtlich 68 000 Euro) soll nach und nach abgebaut werden. Denn ist dieser zu hoch, könnten Fördermittel gesenkt werden.

Dazu kommen Erträge aus der Umlage für die Verbandsmitglieder (siehe Hintergrund), die auf gleichbleibendem Niveau gehalten oder in Zukunft gesenkt werden sollen. Das ist allerdings abhängig von den Erlösen aus der Fischerei im Edersee und dem Affolderner See.

Kellerwaldturm-Frage offen

Hier stehen in den kommenden Jahren Veränderungen an. Der Mietvertrag für das Naturerlebnishaus in Nieder-Werbe, in dem sich auch der Fischereistützpunkt befindet, läuft Ende 2015 aus und soll nicht verlängert werden. Als Hauptgrund nennt der Verbandsvorsitzende Harald Plünnecke die zurückgegangene Auslastung. 27 Betten stehen dort zur Verfügung. Gruppen, die regelmäßig im Naturerlebnishaus zu Gast waren und den Aufenthalt teilweise durch öffentliche Gelder finanzierten, seien weggefallen. Das Haus gehört der Waldeckischen Domanialverwaltung, regelmäßig wurden dort zum Beispiel Seminare zu Pilzen oder Wildkräutern angeboten.

Für die Fischerei wird dann laut Plünnecke ein neuer Standort gesucht. Das sei aber abhängig davon, ob der Pachtvertrag über das Fischereirecht für den Edersee mit dem Wasserschifffahrtsamt Hann. Münden verlängert wird. Dieser läuft wie der Mietvertrag des Naturerlebnishauses Ende 2015 aus. „Sollte es uns gelingen, den Vertrag zu verlängern, werden wir eine Halle im Bereich des Edersees bauen oder pachten“, sagt Plünnecke. Dort müssen unter anderem die zwei Boote in Besitz des Zweckverbands untergebracht werden. „Wird der Pachtvertrag allerdings nicht verlängert, dann werden wir auch den Affolderner See nicht weiterbewirtschaften“, fügt der Vorsitzende an. Das werde sich alles im nächsten Jahr entscheiden.

Im Fall des maroden Kellerwaldturms heißt es derzeit abwarten. Was mit der 28 Meter hohen Holzkonstruktion passiert, hänge auch von der neuen Landesregierung ab, da Fragen des Naturschutzes eine Rolle spielen. Zur möglichen Lösung, das Wetterradar aus Flechtdorf in den Hohen Keller zu versetzen und dort eine Aussichtsplattform anzubringen (wir berichteten), konnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf WLZ-FZ-Nachfrage keine konkreten Angaben machen: „Die Sachlage ist noch völlig offen. Auch ein neuer Standort für unsere Anlage ist bislang nicht gefunden“, sagt Gerhard Lux vom DWD. Sollte aus der Verlegung nichts werden, ist Harald Plünnecke für einen Neubau, den er günstiger einschätzt als eine Sanierung.

Hintergrund

Der Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee setzt sich aus den Gemeinden Edertal, Gilserberg, Haina, Jesberg, Vöhl und Bad Zwesten, den Städten Frankenau, Lichtenfels, Waldeck und Bad Wildungen sowie den beiden Landkreisen Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg zusammen.

2014 zahlen die Mitglieder insgesamt eine Umlage von 294?000 Euro, der Einzelbeitrag richtet sich nach der Einwohnerzahl des jeweiligen Landkreises oder der Kommune. Ziel ist es, den Naturpark zu einer Vorbildlandschaft zu entwickeln. Ein Aufgabengebiet ist die Wirtschaftsförderung.(r/tt)

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