570 Orte in fünf Landkreisen

Breitbandausbau in Nordhessen: Netcom in Waldeck-Frankenberg startklar

Am Ettelsberg in Willingen feiern Daniel Hecker  (Leitung Kommunale Kooperationen, links) und Jörg Dethlefs (Projektplanung, Mitte) von der Netcom zusammen mit dem Willinger Ortsvorsteher Jens Kramer die vollendete Inbetriebnahme des Netzes für schnelles Internet.
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Von wegen Tempolimit: Am Fuße des Ettelsbergs in Willingen feiern Daniel Hecker (Leitung Kommunale Kooperationen, links) und Jörg Dethlefs (Projektplanung, Mitte) von der Netcom zusammen mit dem Willinger Ortsvorsteher Jens Kramer die vollendete Inbetriebnahme des Netzes für schnelles Internet.

Die letzten Bauabschnitte der Netcom für schnelles Internet in Nordhessen sind abgeschlossen: Alle Orte, die ans Netz gehen, sind bereit.

Gut ein halbes Jahr nach Bauabschluss des Glasfasernetzes der Breitband Nordhessen in den fünf Landkreisen Nordhessens hat nun auch der Netzbetreiber Netcom Kassel sämtliche Anschlüsse für die Endnutzer fertiggestellt. Damit kann nun überall im Ausbaugebiet Internet mit Datenraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde genutzt werden. Von dem Anschluss profitieren insgesamt 570 Orte in den Landkreisen Kassel, Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg.

Ans Glasfasernetz zuletzt angeschlossen wurden im Mai Waldkappel und Meißner (Werra-Meißner-Kreis) sowie Haina, Gemünden und Rosenthal (Kreis Waldeck-Frankenberg). Begonnen hatten die Arbeiten im April 2017. Im Juli war dann Appenfeld (Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis) als erster Ortsteil ans Netz gegangen. „Damit haben wir sämtliche Anschlussarbeiten binnen dreier Jahre geschafft“, sagen die Netcom-Geschäftsführer Ralph Jäger und Eckart Liebelt. Ursprünglich seien fünf Jahre dafür veranschlagt gewesen.

Hauptaufgabe der Netcom bestand in dieser Phase darin, mithilfe 1400 sogenannter Multifunktionsgehäuse die Verbindung zwischen dem neu gebauten, 2100 Kilometer langen Glasfasernetz der Breitband Nordhessen und den alten Verteilerkästen der Telekom herzustellen, die dann wiederum via Kupferkabel an die einzelnen Gebäude angebunden sind.

Nicht immer hatte die Netcom dabei eine gute Figur gemacht. Das Ineinandergreifen planerischer Aufgaben sowie die Beantragung, Vergabe und Ausführung von Bauarbeiten und schließlich die Vermarktung sowie der Service für eigene Internetprodukte hatte nicht immer reibungslos funktioniert. Auch die Telekom sorgte bei Vertragswechseln immer wieder für Ärger wegen fehlerhafter Kundendaten. So waren im Sommer 2018 noch bis zu 800 Beschwerdeanrufe täglich bei der Netcom eingegangen – bei damals erst 4200 Kunden. „Inzwischen zählen wir bei etwa 20 100 Kunden nur noch 450 Anrufe pro Woche – und die wenigsten davon sind Beschwerden.“

So sieht sich die Netcom nun gut aufgestellt. „Wir sind professioneller, schneller und schlanker geworden – in allen Arbeitsbereichen“, sagt Jäger. Hauptaufgabe der nächsten Monate sei die Gewinnung weiterer Kunden. Neue Geschäftsfelder sowie die Weiterentwicklung des Netzes seien weitere Unternehmensziele.

Netcom feiert Erfolg in Willingen

„Es ist ein riesiger Erfolg für die Region, auf den viele lange gewartet haben“, befand der Willinger Ortsvorsteher Jens Kramer: Im Weltcuport feierte die Netcom symbolisch den Abschluss der Inbetriebnahme. In der Gemeinde werden Willingen, Usseln und Eimelrod bedient – es habe auch mal negative Stimmen gegeben, aber im Großen und Ganzen herrsche Zufriedenheit, so Kramer. Das Tempo hängt von der Entfernung zum Verteilerkasten ab, erinnert die Netcom und empfiehlt, auf ihrer Homepage eine Verfügbarkeitsprüfung zu absolvieren.

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