CDU bemängelt späte Information im Kreistag über Modellprojekt

Netzwerke gegen Ärztemangel knüpfen

Waldeck-Frankenberg - Gedanken um den Ärztemangel machen sich viele: Ein kreisweites Gesundheitsnetz in Zusammenarbeit mit den Kommunen solle die landärztliche Versorgung in Waldeck-Frankenberg verbessern, hat etwa die CDU am Montagnachmittag im Kreistag gefordert.

Doch schon am Montagmorgen hatte der Landkreis eine Kooperation mit dem Kommunalen Serviceverbund Eisenberg vorgestellt: Dessen Mitglieds-Städte und Gemeinden wollen stärker an einem Strang ziehen, um die Versorgung mit Hausärzten zu verbessern (wir berichteten). Das Projekt wird vom Land mit Mitteln für die interkommunale Zusammenarbeit gefördert.

„Sie versuchen auf einen Zug aufzuspringen, der schon lange raus ist“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf in Richtung der CDU. Geplant sei, das Modellprojekt schrittweise auf den ganzen Kreis auszuweiten. „Wir machen also genau das, was in dem Antrag gefordert wird“, ergänzte Katharina Kappelhoff (SPD, Korbach). Das „Original“ des Antrags sei bereits 2012 beschlossen worden, sagte Uwe Patzer (Grüne, Frankenberg).

Frese: „Diese Information hätte früher kommen müssen“

CDU-Fraktionschef Karl-Friedrich Frese mahnte frühere Information vom Kreisausschuss an. Das Projekt müsse nun „bis in den letzten Winkel des Landkreises“ ausgedehnt werden, um in den Gremien der Kommunen ein stärkeres Problembewusstsein zu erzeugen.

Ziel des am Montag vorgestellten Modellprojekts ist, herauszufinden, wie die vorhandenen medizinischen Ressourcen im Landkreis besser genutzt werden können. Unter anderem geht es um die Frage, ob ärztliche Arbeiten an andere Berufsgruppen delegiert werden können, ob etwa Zweitpraxen eingerichtet oder Versorgungsassistenten (früher: Gemeindeschwestern) eingesetzt werden können.

Die Erkenntnisse fließen in ein Konzept, dass schließlich auf alle Städte und Gemeinden im Landkreis angewendet werden soll.„Wir sind gut unterwegs“, lobte Uwe Steuber (FWG, Korbach) den Kreisausschuss. Die Kommunen mit ins Boot zu nehmen, sei der richtige Weg, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Heinrich Heidel.

Claudia Ravensburg (CDU, Bad Wildungen) hatte zuvor mehr Ergebnisse in Sachen Verbesserung der landärztlichen Versorgung gefordert. Bis auf Konzepte sei bislang noch nichts vom Kreisausschuss vorgelegt worden. Deutschendorf verwies unter anderem auf den kürzlich gegründeten Weiterbildungsverbund für angehende Hausärzte, die Internet-Plattform „landarzt-werden.de“, die im November an den Start gehen soll und die Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die die Arbeitsbelastung der Hausärzte im Landkreis spürbar verbessert habe. Entsprechende Informationen habe der Kreistag erhalten. Der Antrag der CDU wird nun in den Ausschüssen beraten.(lb)

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