Kleine Läden müssen teure Kassen kaufen

Neue Steuervorschriften bedrohen Existenz von Geschäften

Alte Schätzchen wie dieses werden an der Ladenkasse ab nächstem Jahr nicht mehr geduldet. Foto: Archiv

Waldeck-Frankenberg. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres stellt das Finanzamt neue Anforderungen an Registrierkassen im Handel: Für manch einen Händler heißt das, in ein neues Kassensystem investieren zu müssen – möglicherweise mehrere Tausend Euro.

Was für den einen Geschäftsmann kein Problem darstellt, bringt den anderen an den Rand der Existenz. So wie den Dorfladen in Bromskirchen. Dort muss eine neue Kasse her. Und die kostet rund 5000 Euro, wie Regine Frese, die ehrenamtliche Leiterin, berichtet. 

„Für uns ist es ein großes Problem, das finanziell zu stemmen“, sagt Frese. Als „schwierig besonders für die kleineren Existenzen“ schätzt Oliver Stöhr von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg die Umrüstung oder auch die Neuanschaffung einer solchen Kasse ein. 

Die Kassenrichtlinie der Finanzverwaltung stamme aus dem Jahr 2010, sagt der für Unternehmensförderung zuständige IHK-Mitarbeiter. Es komme schon „ein Investment auf die Betroffenen zu, was ärgerlich“ sei. Mit dem 1. Januar 2017 rückt nun das Datum näher, ab dem das neue Gesetz gilt. Eine Kasse muss ab dann sämtliche elektronischen Vorgänge „sicher, unveränderbar und maschinell auswertbar speichern“, schreibt die IHK. 

Geschäfte, die kassentechnisch auf dem neuesten Stand sind, gibt es bereits. „Das ist kein großes Thema bei uns“, sagt etwa André Kreisz vom Modehaus Eitzenhöfer in Frankenberg. Kreisz, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, hat aber Verständnis für kleine Betriebe. 

Gut vorbereitet hat sich der Eder-Kaufmarkt Scharf in der Frankenberger Auestraße. Dort steht seit Oktober bereits eine neue Kasse, berichtet Marga Schwarzenbacher von Scharf. Eine weitere soll folgen. „Das läuft, damit wir uns schon auf die neue Bedienung einrichten können“, sagt Schwarzenbacher.

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