Waldeck-Frankenberg

Neuer Fahrplan: Schlechterer Anschluss an IC- und ICE-Züge

- Waldeck-Frankenberg. Mit dem Fahrplanwechsel bei der Bahn für 2010 gibt es etliche Veränderungen bei den Zugfahrten – auch mit deutlichen Verschlechterungen für Fahrgäste in Waldeck-Frankenberg, wie Heinz Göttlich moniert.

Entscheidend für eine wesentliche Verschlechterung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis sei die Neuausrichtung der IC-Linie Hamburg – Frankfurt – Karlsruhe, erklärt Bahnexperte Heinz Göttlich (Vöhl): Zwischen Hannover und Göttingen fahren die Schnellzüge nicht mehr durch das Leinetal über Elze-Kreiensen-Northeim, sondern die Intercity-Züge nutzen die Schnellbahntrasse.

Dieser Fahrzeitgewinn erweise sich für die „Main-Weser-Bahn“ zwischen Kassel-Gießen und Frankfurt als negativer Aspekt. Während bisher die Regionalexpress-Züge (RE) stündlich mit den IC-Zügen im Wechsel die Main-Weser-Bahn befuhren, folgen die IC neuerdings bereits nach 34 Minuten den RE-Zügen.

Durch diese Veränderung kommt es laut Göttlich zu Übergangsausfällen zwischen den Regionalbahnzügen der Burgwaldbahn im Marburg. Die Regionalbahn-Züge erreichten Marburg in Minute 13, die IC-Züge verließen jedoch bereits zur Minute 04 die Universitätsstadt in südlicher Richtung, erläutert Göttlich.

Ebenso schwierig sei es in nördlicher Richtung. Die IC-Züge erreichten in ungerader Stunde Marburg zur Minute 49, Abfahrt für die RB-Züge nach Frankenberg sei indes bereits die Minute 43.Gleiche Probleme gebe es für Fahrgäste aus Bad Wildungen, denn auch in Wabern gebe es keinen nahtlosen Übergang mehr zu den IC-Zügen. Als Folge hätten die Intercity-Züge eine geringere Auslastung als früher, resümiert Göttlich: „Grund genug für die Deutsche Bahn, sich vielleicht schon im nächsten Jahr von den ,leidigen' IC-Zügen zu trennen.“

Der öffentliche Nahverkehr in Waldeck-Frankenberg werde insgesamt mit Beginn des neuen Fahrplans wieder stärker vom Fernverkehr abgekoppelt. Zu all dem komme noch ein weiteres Manko: Bei den Fahrplänen der Kurhessenbahn auf der Verbindung Kassel – Korbach seien die Übergänge für Anschlusszüge aus Richtung München – Nürnberg – Würzburg für Fahrgäste aus dem Waldecker Raum unzumutbar.

Die ICE-Züge erreichten Kassel-Wilhelmshöhe in der Regel zur Minute 33, die RE-Züge nach Korbach führen jedoch bereits zur Minute 29. In der Praxis benöige ein Fahrgast nach der Ankunft in Wilhelmshöhe bis zur Ankunft in Twiste genau so viel Zeit, wie auf der Fahrt zuvor von Nürnberg bis Kassel.

In der Gegenrichtung sehe es nicht anders aus: Züge aus Richtung Korbach erreichten Kassel-Wilhelmshöhe zur Minute 33, die ICE-Züge in Richtung Würzburg – München starteten in Wilhelmshöhe aber bereits zur Minute 23.

Stillstand gibt es derweil weiterhin in der Debatte um eine mögliche Reaktivierung der trecke von Korbach nach Frankenberg – samt Anschluss für das Nationalparkzentrum.

Impressionen von der Strecke von Korbach über Frankenberg nach Marburg hat Heinz Göttlich in einem neuen Zusammenschnitt als festgehalten. Die DVD kostet 23,90 Euro und ist in den Buchhandlungen Jacobi (Frankenberg) und Schreiber erhältlich – oder direkt bei Heinz Göttlich (Mail: hg-Film@freenet.de)

Ausschnitte des Videos finden Sie hier

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