Waldeck-Frankenberg

Neues Recht soll Kinder besser schützen

- Waldeck-Frankenberg (tk). Die Kreisverwaltung braucht mehr Personal, um das von der Bundesregierung reformierte Vormundschaftsrecht umzusetzen. Bis zum Jahresende werden drei neue Stellen ausgeschrieben.

Kevins Schicksal erschütterte 2006 die Republik. Der Zweijährige aus Bremen wurde grauenvoll misshandelt. Die Polizei fand die Leiche des Jungen im Kühlschrank seines drogenabhängigen Ziehvaters. Das Strafverfahren gegen den amtlich bestellten Vormund wurde zwar eingestellt. Das Gericht wies dem Jugendamt und dessen Mitarbeiter jedoch eine Mitverantwortung am Tod des zweijährigen Jungen zu, denn die zuständige Behörde war völlig unterbesetzt.

Der Amtsvormund hatte zu diesem Zeitpunkt die Aufsicht über 200 Mündel. Lehren aus diesem Fall zog Bundesjustizministerin Sabine 
Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Der Gesetzesentwurf aus ihrem Ministerium passierte im April den Bundestag und 
Ende Mai den Bundesrat. Die wesentlichen Änderungen im Vormundschaftsrecht, das vor allem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und im Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt ist, treten erst Anfang Juli nächsten Jahres in Kraft.

So etwa die Bestimmung, nach der das Familiengericht zu beaufsichtigen hat, ob Vormund und Mündel regelmäßig persönlich in Kontakt treten. Oder die Vorschrift, wonach ein vollzeitbeschäftigter Beamter oder Angestellter des Jugendamtes höchstens 50 Vormundschaften oder Pflegschaften führen soll. Um insbesondere diese beiden Lehren aus dem Fall Kevin in der Praxis umzusetzen, benötigt der Fachdienst Jugend (Jugendamt) der Kreisverwaltung drei neue Sozialarbeiter.

Die erste Vollzeitstelle wurde am vergangenen Samstag ausgeschrieben (zusammen mit einer halben Stelle zur Nachbesetzung). Zwei weitere Fachkräfte sollen bis Jahresende hinzukommen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 26. Juli.

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