Neustart im Waldeck-Frankenberger Einzelhandel: Kunden noch zurückhaltend

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Verkauf in Corona-Zeiten ist schwieriger, aber immerhin möglich: Jürgen Kommallein, Inhaber von masc fashion in Bad Arolsen.

Die Hoffnung der Waldeck-Frankenberger Händler, nach dem Stillstand in der Corona-Krise schnell wieder viele Kunden bedienen zu können, hat sich nicht bei allen erfüllt. Häufig liegen die Umsätze nach wie vor unter dem Niveau vor der wochenlangen Schließung.

Zwar gebe es Unterschiede je nach Sortiment, generell sei die Kundenfrequenz noch nicht auf dem „Vorkrisenniveau“, sagt Jürgen Tent, Vorsitzender der Korbacher Hanse. Das solle aber auch so sein, schließlich gelte es weiterhin, Menschenansammlungen zu vermeiden.

Eine bremsende Wirkung hatte nach Einschätzung von André Kreisz, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins in Frankenberg, die Einführung der Maskenpflicht: „Mit Beginn der Pflicht wurde zuerst ein Frequenzeinbruch deutlich, denn die Masken sind neu für unsere Kunden.“ Das bestätigt auch Jürgen Kommallein, Inhaber des Textilgeschäfts „Masc Fashion“ in Bad Arolsen. Er berichtet von einem Umsatzrückgang um 50 Prozent in der zweiten Öffnungswoche.

Anders sieht es in der Buchhandlung Buchland in Bad Wildungen aus. Die Umsätze hätten wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, sagte Inhaber Bernhard Schäfer. Aus seiner Sicht war der Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Einzelhandelsläden richtig. „Wir brauchten das, um weiter zu überleben und um die Gehälter zu zahlen, und ich glaube, dass durch alle Vorsichts- und Hygienemaßnahmen das Risiko absolut minimiert ist.“

Unterschiedlich gehen die Städte mit dem ausgesetzten Verbot der Sonntagsöffnung um. In Frankenberg gab und gibt es am vergangenen und am morgigen Sonntag verkaufsoffene Geschäfte. André Kreisz: „Zusätzliche Verkaufstage können die Ausfälle nicht kompensieren, aber jeder Umsatz ist hilfreich, um unseren lokalen Handel funktionsfähig zu halten.“

In Korbach bleiben die Geschäfte vorerst zu. „Wir sehen das momentan nicht als notwendig an“, sagte Tent. „Zwar waren verkaufsoffene Sonntage in der Vergangenheit immer die umsatzstärksten Tage, aber immer in Kombination mit einem Markt“, erläuterte der Hanse-Vorsitzende. Landkreis und die Kommunen haben vereinbart, dass es zunächst bis Ende September keine Großveranstaltungen in Waldeck-Frankenberg geben wird. Unter anderem musste die Hanse das für Anfang September geplante Hanse-Festival absagen, eine Veranstaltung mit internationalen Straßenmusikern in der Fußgängerzone.

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