Zum „Tag der Jogginghose“ nimmt die Waldeckische Landeszeitung das Image des Kleidungsstücks unter die Lupe

Nur nicht einengen lassen

Einkaufen in Jogginghosen? „Auf keinen Fall“, sagt Imageberaterin Barbara Rumpf aus Volkmarsen. Hip Hop Lehrer Samson Drini ist da nicht so streng: „Hauptsache gemütlich“, sagt er.

Waldeck-Frankenberg. Heute ist der Tag der Jogginghose. Schlabberbuxe oder Lebensgefühl? Gesellschaftsfähig oder respektlos? Die Waldeckische Landeszeitung hat nachgefragt.

Wenn sich Familie Kettschau fürs Abendessen verabredet, dann sagt Fine zuweilen: „Wir treffen uns in Dänemark.“ Stilles Nicken, denn allen ist der Dresscode klar: Jogginghose. Woher der Code für Gemütlichkeit in der Familie stammt, weiß keiner mehr genau. Was er bedeutet, wissen alle. Und er ist beliebt. „Die meisten Joggingshosen werden auch nicht zum Sport, sondern zum Couching gekauft“, sagt Jürgen Kettschau. Nicht umsonst habe zum Beispiel der Hersteller Adidas rund 40 verschiedene Jogginghosen im Sortiment. „Die Zielgruppe ist riesig, die Jogginghose gesellschaftfähig“, sagt Kettschau. Weites Bündchen, lässig. Spitzensportler machen es vor. „Bei uns kommen einige Kunden auch in Jogginghose und Sweat-Short zum Einkaufen“, sagt Jürgen Kettschau.

Respekt vor anderen

„Warum auch nicht?“ fragt Hip Hop-Trainer Samson Drini und will pünktlich zum „Tag der Jogginghose“ nichts von einem schlechten Image des Kleidungsstücks wissen. Die Jogginghose ist quasi seine Berufskleidung – wie Basecaps und weite Shirts. „Nur nicht einengen lassen“, sagt er, „das ist ein Lebensgefühl.“ Denn wer Hip Hop tanzen will, der brauche Platz. „Und man muss gar nicht meinen, dass Jogginghosen billig sind“, sagt er, „die haben echt ihren Preis.“

Trotzdem. Wieviel Wahrheit steckt in Karl Lagerfelds Behauptung: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren?“ So weit würde auch Imageberaterin Beraterin Barbara Rumpf aus Volkmarsen nicht gehen. Aber: „So wie innen, so auch außen“, sagt sie. Wer eine Jogginghose trage, habe eine ganz andere Körperhaltung. Er sitze, stehe und liege anders. Und deswegen ihre eindeutige Empfehlung: „Jogginghosen nur Zuhause oder beim Sport tragen.“ (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung am Donnerstag, 21. Januar.

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