Waldeck-Frankenberg

Wer nicht zahlt, kriegt Post vom Zoll

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- Waldeck-Frankenberg (mba). Auch im Landkreis lassen Krankenkassen ausstehende Zusatzbeiträge demnächst von Behörde eintreiben. Bei der Krankenkasse DAK etwa belaufen sich die Außenstände mittlerweile auf bundesweit 21 Millionen Euro.

„Krankenkassen lassen säumige Zahler pfänden“ – so lautete vor einigen Tagen die Überschrift einer großen Boulevardzeitung. Es ging um die Zusatzbeiträge, die einige Krankenkassen seit Frühjahr 2010 erheben – und deren Bezahlung einige Versicherte bislang verweigern. Der Pressebericht hat jedoch Betroffenen offenbar einen Schreck eingejagt hat. Denn wie beispielsweise Frank Meiners, Sprecher der DAK, berichtet, hätten viele Mitglieder nach den Medienberichten ihre ausstehenden Zusatzbeiträge bei der Krankenkasse beglichen: „Die Zahlungsbereitschaft ist deutlich gestiegen.“ Bei der DAK beträgt die Summe acht Euro monatlich. Wer aber die ausstehenden Beiträge nach wie vor nicht bezahlt, der wird unter Umständen in den nächsten Wochen Post vom Zoll bekommen: Die Behörde ist nämlich für das Eintreiben der ausstehenden Kassenbeiträge zuständig. In Hessen wird das vom Hauptzollamt in Gießen erledigt, genauer gesagt von der Vollstreckungstelle in Bad Hersfeld.

Auch in Waldeck-Frankenberg gibt es säumige Zahler, wie etwa das Korbacher Servicezentrum der DAK bestätigt – ohne jedoch Zahlen zu nennen. Es ist nicht so, dass die Kasse nicht das Gespräch mit den Schuldnern sucht: „Wir versuchen, die Leute telefonisch zu erreichen, eventuelle werden wir sie auch persönlich besuchen“, sagt Manfred Riepel, Leiter des Servicezentrums, auf FZ-Nachfrage. Viele hätten sich bereits nach den Medienberichten von selbst gemeldet, berichtet er.

Auch DAK-Sprecher Meiners betont, dass die Kasse sich um eine gütliche Beilegung des Problems bemühe: „Die Kunden wurden angeschrieben, angerufen und erinnert, dass die acht Euro noch offen sind.“ Doch wenn sie den Zusatz weiterhin nicht zahlen, würden sie behandelt, wie andere säumige Beitragszahler auch, erläutert Meiners: Erst schickt die Kasse eine Mahnung, dann – als letzte Stufe – beantragt sie beim Zoll die Zwangsvollstreckung. Das weitere Verfahren liege dann nicht mehr in ihren Händen. Neben der DAK erheben derzeit neun weitere Kassen einen Zusatzbeitrag, etwa die Deutsche BKK und die KKH Allianz, wie das Internet-Informationsportal Krankenkassen.de auflistet. Bei der DAK, der KKH Allianz und fünf weiteren Kassen betrug er im vergangenen Jahr acht Euro pro Monat, eine Kasse verlangt zehn Euro, zwei Kassen 15 Euro monatlich. Diese Zusatzzahlung, die die Versicherten aus der eigenen Tasche aufbringen müssen, wurden im Februar 2010 eingeführt. Sie kann von Kassen erhoben werden, die mit ihren Einnahmen aus dem neuen Gesundheitsfonds nicht auskommen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 15. März

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