Ehrungen: IG Metall dankt langjährigen Gewerkschaftern aus dem Landkreis

„Nie aufgehört zu kämpfen“

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Die IG Metall Nordhessen hat am Donnerstag im Rahmen ihrer traditionellen Jubilarehrung in Herzhausen zwölf Gewerkschaftsmitgliedern für ihre langjährige Treue gedankt.

Vöhl-Herzhausen - Zwölf Gewerkschaftsmitglieder aus Waldeck-Frankenberg hat die IG Metall Nordhessen am Donnerstag für ihre langjährige Treue geehrt.

Die Jubilare aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg wurden im Rahmen einer Feierstunde in Herzhausen ausgezeichnet. IG-Metall-Sekretär Bernd Löffler lobte das Engagement der Gewerkschafter. „Ihr habt gezeigt, dass es sich lohnt, für die Interessen der Arbeitnehmer zu kämpfen“, sagte er. Unter ihnen ist der 84-jährige Alfred Brechmann aus Korbach - er ist seit 65 Jahren in der IG Metall.

Für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall wurden Heinz Kerkmann (67, Korbach) und Günter Kreuzer (68, Waldeck) ausgezeichnet. Kerk- mann war vor seinem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben lange Betriebsratsvorsitzender der Firma Horizont in Waldeck.

Ehrungen für 40-jährige Zugehörigkeit erhielten Walter Grahl, Willie Thiele und Artur Pilger (alle Waldeck), Helmut Rest und Herbert Tillack (beide Volkmarsen) sowie Sigrid Zimmermann (Bad Arolsen). Für 30 Jahre in der IG Metall wurde Horst Roth (Frankenberg) geehrt. Seit 25 Jahren gehören Frank Wenzel (Hatzfeld) und Bettina Zimmermann (Bad Arolsen) der Gewerkschaft an.

Die Geehrten hätten sich solidarisch für eine Verbesserung der Arbeitswelt eingesetzt, sagte Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender der Gemeindevertretung in Vöhl, in seinem Grußwort: „Wir brauchen auch in Zukunft Menschen wie euch.“ Als Festredner sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Ullrich Meßmer, man habe gemeinsam gute und erfolgreiche Zeiten, aber auch Rückschläge erlebt. „Wir haben aber nie aufgehört zu kämpfen - und dadurch eine politische Stärke gewonnen, die es ermöglicht hat, das Arbeitsleben erträglicher und die Gesellschaft fortschrittlicher zu machen.“ Die Gewerkschaften seien nicht bereit, die so erreichte soziale Sicherheit wieder preiszugeben.

Derzeit laufe in der Wirtschaft allerdings einiges falsch, kritisierte Meßmer. „Lohndumping ist in manchen Bereichen mittlerweile üblich“, sagte er. Im Ergebnis müssten immer mehr Menschen in Erwerbs- und Altersarmut leben. „Deshalb setzen wir uns für einen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro ein“, sagte der Gewerkschafter. „Wir wollen nicht, dass die Menschen nach jahrzehntelanger Arbeit nicht genug Geld für ihre Rentenzeit haben“, so Meßmer.

Für ihre aktuellen Kämpfe sei die IG Metall dabei gut gewappnet. „Wir werden auch in Nordhessen stärker“, sagte Meßmer. Seine Gewerkschaft habe mehr Mitglieder als noch vor einem Jahr. Stark werde die IG Metall aber auch durch ihre Mitglieder im Rentenalter. „Unsere Kolleginnen und Kollegen begreifen die IG Metall als Wertegemeinschaft - sie sind auch als Rentner solidarisch.“(lb)

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