Zahl der Pflücker sinkt seit Jahren 

Niemand will noch Heidelbeeren ernten

Waldeck-Frankenberg. Die Heidelbeeren sind reif. Doch das Interesse daran, die kleinen blau-schwarzen Früchte zu ernten, hält sich in Grenzen. Doch woran liegt das?

 „Viele der Frauen, die jahrzehntelang zum Pflücken kamen, sind jetzt zu alt oder gestorben“, sagt Arno Süssmann vom Forstamt Burgwald.

Auch die Landfrauenbezirksvereine Frankenberg und Korbach beobachten diese Entwicklung. „Bis in die 1990er-Jahre hinein gehörte es für viele Frauen zur alljährlichen Selbstverständlichkeit, mit den Kindern in die Heidelbeeren zu gehen“, schildert zum Beispiel Elfriede Höhne (Frankenberg). „Die jüngeren Frauen sind heute berufstätig und haben dafür keine Zeit. Sie greifen oft auf Tiefkühlkost zurück“, ergänzt Elke Jäger (Waldeck).

Beim Beerenpflücken: Gisela Schneider aus Ernsthausen (links) und ihre Schwägerin Monika Vogel aus Frankenberg pflücken Heidelbeeren im Burgwald.

Hauptgebiet der Heidelbeeren im Landkreis ist der Burgwald. Dort sind die Früchte schon seit gut zwei Wochen reif. Auch im Upland bei Willingen wachsen sie. Dort können sie bereits ebenfalls geerntet werden – vier Wochen früher als sonst, sagt Hans Görzen. Der Natur- und Landschaftsführer ist oft auf der Hochheide, dem Osterkopf, dem Kahlen Pön und dem Ohrenberg unterwegs. Er hat den Eindruck, dass nach einem enormen Rückgang die Zahl der Heidelbeerpflücker nun wieder zunimmt. „Aber aus Hobby, nicht aus Armut, wie früher mal“, sagt Görzen. Unter den Pflückern seien oft Tagesausflügler und Familien. Es gehe ihnen nicht in erster Linie um die Menge, sondern um die Erholung und die Freude an der Natur.

Lange vorbei sind die Zeiten, als die Menschen in mühsamer Kleinarbeit zentnerweise Beeren zum Weiterverkauf pflückten und sich insbesondere in der Nachkriegszeit einen Zuverdienst sicherten. „Das gewerbsmäßige Pflücken ist heute verboten. Gepflückt werden darf nur für den Eigenbedarf. Das gilt auch für andere Beeren und Pilze“, sagt Arno Süssmann. 

Rezepte mit Heidelbeeren: Lecker und einfach

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Die Frankenberger Ernährungsberaterin Dr. Gabriele Knipp empfiehlt Heidelbeeren zur jeder Tageszeit. Genießen Sie... 

  • zum Frühstück Heidelbeer-Quark mit Buchweizen. Für eine Person brauchen Sie 125 g Heidelbeeren, 150 g Magerquark, 2 Esslöffel Zitronensaft, 1 Teelöffel Honig, 1 Esslöffel Buchweizen, geröstet. 
  • zum Mittagessen einen Blattsalat mit Heidelbeeren und Walnüssen und einem Dressing aus 1 Esslöffel Himbeeressig, 1 Messerspitze Senf, ½ Teelöffel Honig, 2 Esslöffel Walnussöl, Salz und Pfeffer. z
  • zum Kaffee Heidelbeer-Pfannkuchen. Für 4 Portionen benötigen Sie 250 g Mehl, 3 Teelöffel Backpulver, 50 g Zucker, eine Prise Salz und 2 Eier sowie 200 g frische Heidelbeeren. Die Heidelbeeren unter den Pfannkuchenteig heben und die Pfannkuchen in etwas Öl ausbacken. 
  • zum Abendessen gratinierter Ziegenkäse auf Ruccola mit Heidelbeeren und einem Dressing aus Essig, Olivenöl, Senf, Honig, Pfeffer und Salz und Schalotten-Würfeln.

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