Bauernverbände: Vergleichsweise wenig Großvieh im Landkreis

Nitrat: Grenzwert wird in Waldeck-Frankenberg selten überschritten

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Die Düngung in der Landwirtschaft gilt als Hauptursache für hohe Nitratbelastung.

Waldeck-Frankenberg. Die Europäische Kommission verklagt die Bundesrepublik, weil sie nicht genug gegen erhöhte Nitratwerte von Gewässern getan haben soll. In Waldeck-Frankenberg überschreiten nur sechs Messwerte im Jahresmittel den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter.

Dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umweltschutz und Geologie liegen für das Jahr 2015 mehr als 130 Messergebnisse für Grund- und Rohgewässer im Landkreis vor. Stellen mit höherer Belastung finden sich in den Kommunen Volkmarsen, Diemelsee, Twistetal, Vöhl und Frankenberg – oftmals direkt neben Messungen im grünen Bereich. 

Als Hauptursache für hohe Nitratwerte gilt die Düngung in der Landwirtschaft. Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, sieht die Klage kritisch: „Die Datengrundlage, auf der das Vertragsverletzungsverfahren beruht, ist einfach falsch“, sagt er. Deutschland habe unvollständige Daten nach Brüssel geschickt – ausschließlich Problemfälle. Als Konsequenz habe es zu Unrecht EU-weit die zweitschlechtesten Werte. Die Kommission erklärt dazu auf Anfrage unserer Zeitung, dass es an den EU-Staaten selbst liege, entsprechende Messstellen einzurichten. 

Problematischer sei der Einsatz von Dünger dort, wo besonders viele Tiere gehalten werden und somit zu viel Gülle anfalle, erklärt Matthias Eckel. In Waldeck-Frankenberg komme gerade mal ein Fünftel so viel Großvieh auf einen Hektar wie in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen. 

Auf die Frage nach Strafzahlungen wegen überhöhter Nitratwerte reagiert Peter Voss-Fels, der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbands gereizt: „Wir haben hier in Hessen keine Überproduktion wie im Kreis Vechta“, erklärte er: „Es kann doch nicht sein, dass wir die Suppe auslöffeln müssen, die andere eingebrockt haben.“ (wf/es)

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