Waldeck-Frankenberg

Noch kein Schmetterlingssommer

- Waldeck-Frankenberg (sr). Naturbeobachter entdeckten vor wenigen Tagen den seltenen Schwalbenschwanz. Auch Kaisermantel, Tagpfauenauge, Schachbrett, Brauner Waldvogel und viele Kleine Füchse sind derzeit unterwegs.

Trotz warmem Frühjahr ist der Juli bisher noch kein Schmetterlingssommer. Der NABU-Insektenfachmann Bernd Hannover wartet noch auf das Auftreten vieler Tagschmetterlinge. Er hat in Waldeck-Frankenberg bisher 1800 Falterarten registriert, genau 100 davon gehören zu den Tagfaltern. Nach dem sonnigen und warmen Frühjahr rechnete Hannover mit einem artenreichen Schmetterlingsjahr. Doch bisher ist die Zahl der umherfliegenden Schmetterlinge noch relativ gering.

Der Friedrichshäuser Wilhelm Depner meldete bereits Anfang Juni sechs Taubenschwänzchen an Blumen. Die Wanderfalter fliegen nur in warmen Sommern über die Alpen nach Mitteleuropa. Besonders zahlreich tritt in diesem Jahr der Kleine Fuchs auf. Er ist in vielen Gärten unterwegs und legt seine Eier besonders gern an Brennnesseln ab, die später den Raupen als Futterpflanzen dienen. Der Naturschutzverband NABU rät daher, in jedem Garten auch Wildpflanzen einen Platz einzuräumen und die Vielfalt zu erhöhen.

Der Kleine Fuchs überwintert als Falter häufig in Häusern und fliegt in zwei bis drei Generationen. Derzeit ist die zweite Generation des Sommers 2011 unterwegs. Zahlreich sind auch die schwarz-weißen Schachbrettfalter unterwegs. Sie ernähren sich vom Nektar der Flockenblumen und sind häufig auf Trockenrasen- und Heideflächen zu beobachten. Besonders häufig entdeckte Hannover in diesem Jahr auch das Große Ochsenauge und den Braunen Waldvogel. Typische Waldbewohner sind die orangen Perlmutterfalter. Der Größte und Bekannteste ist der Kaisermantel. Er saugt seinen Nektar gern an Brombeerblüten, Flockenblumen und Distelblüten. Seine Eier legt er immer an Baumstämmen in der Nähe der Raupen-Futterpflanzen ab: Veilchen und Mädesüß.

Eher spärlich zeigen sich bisher die häufigen Garten-Schmetterlingsarten Admiral und Tagpfauenauge. Fachleute rechnen mit verstärktem Auftreten, wenn der Sommerflieder seine Blüten voll entfaltet hat.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 23. Juli, und in der WLZ vom Montag, 25. Juli.

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