Eine "Bahncard" für den öffentlichen Nahverkehr

Bus und Bahn zum halben Preis: Der NVV plant neues Rabattangebot

+
Tickets sollen günstiger werden: Der NVV plant ein Rabattsystem für Busse und Bahnen.

Es ist eine Art Bahncard für den öffentlichen Nahverkehr. Der Zugang kostet fünf Euro, danach gibt es Einzeltickets zum halben Preis. Das sind die Pläne des NVV.

Nach diesem Prinzip soll ein neues Angebot des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) funktionieren, das voraussichtlich im Frühjahr 2020 eingeführt wird.

Dafür muss man zunächst einmal fünf Euro pro Monat zahlen. Wer in der Stadt mehr als vier Stationen fährt, zahlt dann 1,50 Euro statt 3 Euro, nach Baunatal kostet es mit dem Einzelfahrschein nur noch 1,95 Euro statt 3,90 Euro. Das Prinzip gilt auch für Fahrten ins Umland. Das Ticket nach Melsungen, Hann. Münden oder Hofgeismar (Preisstufe 5) kostet dann 3,55 Euro statt 7,10 Euro.

Angebot soll gelegentliche Nutzer animieren öfter mit Bus und Bahn zu fahren

Klingt verlockend – und genau das soll es auch sein. „Wir wollen Kunden gewinnen, die gelegentlich fahren und das vielleicht häufiger machen könnten“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Den neuen Tarif wird man ausschließlich über das Handy und die NVV-App nutzen können. Man wolle diesen Vertriebsweg weiter ausbauen und in Nordhessen etablieren. Gemeinsam mit der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), der Universität Kassel sowie weiteren Nahverkehrsbetrieben hat der NVV an einem sechsmonatigen Versuch teilgenommen. An dem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Praxistest waren 1000 Nutzer beteiligt.

"Bahncard" ist Ergebnis einer Testphase: zweidrittel der Nutzer fanden diese Variante gut

Die hatten die Auswahl zwischen zwei Tarifen. Für die Variante mit einem Mindestumsatz von zehn Euro im Monat und einer Ermäßigung von 25 Prozent sprach sich ein Drittel der Nutzer aus. Die Alternative, die jetzt eingeführt werden soll, war für zwei Drittel der Tester die interessantere Variante.

Neues Angebot des NVV soll Lücke zwischen Montas- und Jahreskarten sowie dem Einzelverkauf schließen

Dabei bindet man sich für drei Monate, in denen man jeweils fünf Euro als eine Art Grundgebühr zahlen muss. Der NVV will damit die Lücke zwischen Monats- und Jahreskarten sowie dem Einzelverkauf schließen. Insbesondere an dem Preis für ein Einzelticket bei einer Stadtfahrt in Kassel, die 3 Euro kostet, gab es Kritik. Zum Vergleich: In Göttingen kostet das nur 2,40 Euro, in Hannover und Berlin 2,80 Euro und selbst im ansonsten so teuren München nur 2,90 Euro.

Erklärtes Ziel des NVV: Durch das neue Angebot wolle man weitere Kunden gewinnen und für eine höhere Auslastung sorgen.

Erst am 11.11.2019 war der Startschuss für ein anderes kostengünstiges Angebot für den öffentlichen Nahverkehr in Hessen gefallen: Der Vorverkauf für das Seniorenticket* ist gestartet. Wie beim hessenweiten Schülerticket, können Senioren ab dem 01.01.2010 für 365 Euro im Jahr Bus und Bahn in den hessischen Verkehrsverbünden nutzen.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsetzwerkes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare