Wassersportler fordern weitere Maßnahmen für volle Talsperre

Notfallplan verlängert Saison am Edersee

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Der Edersee im September: Auch die leere Talsperre hat ihre Reize. Sinkt der Pegel zu früh, ist das aber schlecht für Wassersportler und touristische Betriebe. Das Foto zeigt die Waldecker Bucht, ein Motiv aus dem neuen Edersee-Kalender für 2017 von Walter Schauderna.

Edersee. Erstmals hat der Notfallplan für trockene Jahre im vergangenen Jahr am Edersee gegriffen – und die Saison am Edersee um 13 Tage verlängert. Das hat die Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee gestern auf der Halbinsel Scheid mitgeteilt. Der Verein fordert weitere Maßnahmen, damit die Talsperre noch weniger Wasser an die Weser abgeben muss.

Das Jahr 2015 ist als eines der trockensten in die Geschichte des 100 Jahre alten Edersees eingegangen. Schon Frühjahr und Sommer waren sehr regenarm. Aber auch der Spätsommer und der Herbst brachten keine ergiebigen Regenfälle. Einzelne Gewitter und Schauer beeinflussten den Wasserstand kaum. Die Folge: Der Pegel fiel und fiel. 

Das Wasser- und Schifffahrtsamt wendete erstmals das Pilotprojekt „Triggerlinie“ an: Statt einen Weserpegel von 1,20 Meter in Hann. Münden anzusteuern, verfolgte die Behörde das Ziel von nur noch 1,15 Meter. Entsprechend weniger Wasser musste der Edersee abgeben. Mit Erfolg: Die Untergrenze von 40 Millionen Kubikmetern erreichte die Talsperre knapp zwei Wochen später als ohne Notfallplan. 

Für die Wassersportler nur ein Teilerfolg: „Der Sparbetrieb müsste noch früher beginnen, um die Saison nochmals um 14 Tage zu verlängern“, erklärte Schatzmeister Thomas Hennig gegenüber dieser Zeitung. Dafür müsste die Oberweser-Schifffahrt mit weniger Wasser auskommen. Hennig: „Diesen Kompromiss haben wir noch nicht erreicht.“ Auf Schwertransporte mit entsprechendem Tiefgang müsste in den trockenen Monaten völlig verzichtet werden, die Flotten müssten vollständig auf flachgehende Schiffe umgerüstet werden, so Vorsitzender Hans-Joachim Koltzsch. 

Nicht nur die Weser, auch der Edersee müsse eine Sicherheit beim Pegelstand erhalten, forderte Bürgermeister Feldmann (Waldeck) für die Anrainerkommunen.

Mehr zum Wasserstand im Edersee lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 22. September 2016.

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