Zehn Prozent der Höfe haben auf Bio-Anbau umgestellt

Ökologischer Landbau nimmt in Waldeck-Frankenberg zu

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Der Weidegang gehört dazu: Horst Meyer in Biolandwirt aus Waldeck-Dehringhausen.

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Biolandwirte im Landkreis Waldeck-Frankenberg steigt stetig. „Insgesamt sind es inzwischen zehn Prozent der Betriebe und zehn Prozent der Fläche im Kreis“, sagt Karlfried Kukuck, Leiter des Fachdiensts Landwirtschaft im Landkreis.

Das Wachstum zeige sich an der Zahl der Landwirte, die durch das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) gefördert werden. „Das sind 197 Betriebe“, sagt Kukuck. Die Landwirte erhalten bei HALM einen Ausgleich für zusätzliche Kosten oder Ertragsverzicht in Folge einer umweltgerechten Landbewirtschaftung. Auch wenn die Namen der Förderprogramme sich geändert hätten, erklärt Kukuck, sei erkennbar, dass die Zahl der Betriebe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt habe.

Laut hessischem Umweltministerium liegt Hessen mit 12,6 Prozent ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Nutzfläche mit an der Spitze der Bundesländer. Der Kreis liegt im Vergleich über dem Bundesdurchschnitt, aber leicht unter dem hessischen Schnitt. Laut Kukuck ist einer der Gründe, dass es im Kreis viel Grünfläche gibt. Viele Landwirte bewirtschaften diese zwar ohne chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel, ließen sich aber nicht zertifizieren, um sich keinen Kontrollen unterwerfen zu müssen, so Kukuck.

Gründe für die Zunahme der Ökobetriebe seien die Förderung durch EU- und Landesprogramme, die wachsende Nachfrage der Märkte und Verbraucher sowie die veränderte Einstellung der Landwirte, so Kukuck. Tobias Scherf, Pressesprecher des staatlichen Bildungs- und Beratungszentrum Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), erklärt dazu: „Das Interesse der Landwirte an Umstellung und damit Beratung durch das Ökoteam des LLH steigt in Zyklen, zum Beispiel während der Milchkrise in der konventionellen Landwirtschaft.“ 

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