Bundesstraße 252 gesperrt

Ölfilm von Twiste bis nach Ernsthausen

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Schilder warnen auf der gesamten Strecke zwischen Burgwald und Twistetal vor einer Ölspur. Ein Laster hatte 400 Liter Dieselkraftstoff verloren. Die Bundesstraße zwischen Bottendorf und Ernsthausen musste über Nacht gesperrt werden.

Burgwald-Bottendorf/Twistetal - Großeinsatz für 20 Feuerwehren: Sie beseitigten am Montagabend eine 50 Kilometer lange Dieselspur auf der Bundesstraße 252 von Twiste bis Ernsthausen. Weil die Wehren nicht genug Bindemittel auf Vorrat hatten, wurde die Strecke zwischen Bottendorf und Ernsthausen gesperrt.

Als Korbachs Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt am Montagabend um 18.17 Uhr ausrückte, gingen die alarmierten Feuerwehren aus Korbach und Twistetal von einer Ölspur zwischen Twiste und Dorf-itter aus. „Ich bin dann die Spur über die B 252 abgefahren“, sagte Schmidt. Schnell war ihm klar, dass in Dorfitter doch nicht Schluss ist mit dem rutschigen Film auf der Fahrbahn. Er holte sich bei der Einsatzleitung die Genehmigung, bis zum Ende der Ölspur zu fahren. Schließlich mussten die Wehren das ganze Ausmaß kennen - und Schmidt hoffte, den Verursacher zu finden.

Je weiter der Stadtbrandinspektor fuhr, desto mehr Wehren ließ er alarmieren - denn die Spur führte ihn bis Viermünden und über die Frankenberger Ortsumgehung in den Wald zwischen Bottendorf und Ernsthausen. Insgesamt 20 Feuerwehren rückten aus, um die rutschige Spur zu beseitigen, während Schmidt, ebenso wie die Polizei aus Frankenberg und Marburg, den Verursacher suchten.

Schmidt entdeckte schließlich drei Lastwagen auf einem Parkplatz vor Ernsthausen - und das Ende der Ölspur. „Der Fahrer hat mir gleich von seinem Dilemma erzählt“, sagte der Korbacher Stadtbrandinspektor. Eine Rücklaufleitung vom Motor zum Tank sei defekt. Dadurch hatte der LKW rund 400 Liter Dieselkraftstoff verloren. Schmidt rief daraufhin die Polizei. „So wurde sichergestellt, dass der LKW nicht weiterfährt und dass die Kosten für den Feuerwehreinsatz bezahlt werden“, berichtete Schmidt. Die trägt der Verursacher. Dieser werde daher vermutlich demnächst Rechnungen für den Einsatz und das Bindemittel für den Dieselkraftstoff von den Kommunen zwischen Twiste und Ernsthausen bekommen. Nach Auskunft der Polizei kam der Verursacher aus Bünde im Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen.

Kein Diesel im Edersee

Laut Bernd Zenke von der zentralen Leitstelle des Landkreises waren am Montag 20 Feuerwehren bis nach 22 Uhr im Einsatz, um die teilweise bis zu drei Meter breite Ölspur zu binden. Die Arbeiten leiteten die Wehren innerhalb der eigenen Gemeindegrenzen selbstständig, während Schmidt gemeinsam mit einem Vertreter der Unteren Wasserbehörde kontrollierte, dass kein Diesel in den Edersee gelangt ist. „Das war glücklicherweise nicht der Fall“, zog der Stadtbrandinspektor sein Fazit.

Weil sich die 400 Liter ausgelaufener Kraftstoff auf einer Strecke von mehr als 50 Kilometern verteilten, lag der Ölfilm laut Schmidt an den meisten Stellen nur hauchdünn auf der Fahrbahndecke. Als der Regen gestern nachgelassen hatte, kehrten die Feuerwehrleute das Bindemittel von der Bundesstraße. „Dann war die Griffigkeit wieder da.“

Einzig der Straßenabschnitt zwischen Bottendorf und Burgwald bereitete den ehrenamtlichen Helfern Sorge: „Dort war die Spur sehr breit und schmierig“, sagte Schmidt. Weil der Abschnitt im Wald liegt, sei die Straße feucht geblieben und damit auch sehr rutschig. „In Absprache mit der Polizei haben wir aus Sicherheitsgründen die Straße gesperrt“, sagte Burgwald Gemeindebrandinspektor Francisco Ayora Escandell. „Gott sei dank haben wir den Luxus, dass wir über die K117 bei der Burgwaldkaserne umleiten können“, fügte er hinzu.

Große Unfallgefahr

Die Gefahr eines Unfalls sei auf dem rutschigen Straßenbelag zu groß gewesen. Die drei Feuerwehren aus Bottendorf, Ernsthausen und Burgwald hatten nämlich mit der Menge des Diesels schwer zu kämpfen, das in ihrem Gebiet auf der Straße lag: „Wir haben 60 Säcke Bindemittel allein auf dieser Strecke verarbeitet. Das hat aber nicht gereicht“, erklärte Ayora Escandell. Auf dem restlichen, viel längeren Teil der Strecke haben laut Schmidt rund 80 Säcke Bindemittel ausgereicht.

„Wir haben unser Bestes getan, solange unsere Mittel gereicht haben. Aber auf eine mehr als 50 Kilometer lange Dieselspur sind wir nicht vorbereitet.“ Weil die Nachbarkommunen ebenfalls mit dem Einsatz beschäftigt waren, brauchten diese ihr Bindemittel selbst.

Aus Bad Arolsen kam Hilfe: „Die Kameraden hatten fünf Säcke übrig“, sagte der Burgwalder Gemeindebrandinspektor. Die brachten die Arolser den rund 50 Feuerwehrleuten im Burgwald. Gegen 22 Uhr sei jedoch auch der Nachschub leer gewesen. Daher blieb die Straße über Nacht bis zum gestrigen Morgen um neun Uhr gesperrt. Zuvor hatte die Straßenmeisterei den Streckenabschnitt gereinigt.

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