Schwerer Ölunfall in Deisfeld

Ölkatastrophe in Diemelsee verhindert

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Deisfeld/Giebringhausen - Ein schwerer Ölunfall hat sich in der Nacht von Freitag auf Samstag in Deisfeld ereignet. Eine große Menge an Heizöl ist dort in die Diemel geflossen. Zeitweise waren mehr als 140 Einsatzkräfte zwischen Deisfeld, Giebringhausen und Heringhausen im Einsatz, um zu verhindern, dass das Öl in den Diemelsee fließt.

Am Freitagabend um 23.05 Uhr alarmierte die Leitstelle Waldeck-Frankenberg die Freiwilligen Feuerwehren in Adorf und Deisfeld: „Gefahrstoff auf Gewässer“. Ein Anwohner aus Deisfeld hatte starken Ölgeruch im Bereich der Wolfskaute/ Diemelbrücke festgestellt, Feuerwehr und Polizei verständigt. „Die Beamten konnten lokalisieren, dass der Ölgeruch von einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Wolfskaute ausging, machten sich auf die Suche nach der Ursache und verschafften sich Zutritt zu dem Anwesen“, erklärt Volker König, Sprecher der Korbacher Polizeidirektion. Die Beamten fanden den alleinigen Bewohner des Hofes, einen 84-jährigen Mann mit einer Kopfplatzwunde und in verwirrtem Zustand in seiner Küche. „Nach notärztlicher Behandlung musste er zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Schnell war klar, dass er seine gesamten Heizölvorräte – vermutlich 2500 bis 3000 Liter – aus den Tanks abgelassen hatte. Warum er das tat, steht noch nicht fest“, sagt Volker König weiter. Das ausgetretene Heizöl suchte sich seinen Weg durch Mauerwerk und alte Abwasserkanäle in die Diemel und löste dadurch einen Großeinsatz der umliegenden Feuerwehren aus: Sobald das Ausmaß des Schadens klar war, setzten die Kräfte Ölsperren und forderten weitere Helfer an, erklärt Günter Radtke, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Diemelsee, auf Nachfrage der Waldeckischen Landeszeitung-Frankenberger Zeitung. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Korbach und Hofgeismar wurden mit je einem Ölsanimat nach Deisfeld und Giebringhausen beordert, der Öl auf Oberflächengewässern beseitigen kann. Weiter kamen die Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Arolsen und Bad Wildungen hinzu, um ausreichend Ölsperren einrichten und Ölbindewürfel einsetzen zu können. Im Einsatz waren zudem Kameraden aus Stormbruch, Heringhausen und Rhenegge, erklärte Radtke weiter. Die Einsatzkräfte aus Adorf und Bad Arolsen waren jeweils mit zwei Booten auf dem Diemelsee zwischen Giebringhausen und Heringhausen, um Ölsperren aufzubauen. Der Betreuungsverein des DRK aus Ehrungen war ebenso vor Ort wie die DLRG aus Heringhausen mit einem Sicherungsboot eine Schnelleinsatztruppe und ein Rettungswagen der Johanniter aus Adorf. Einsatzleitung hatte Karl Wilhelm Römer, stellvertretender Gemeindebrandinspektor in Diemelsee. Die ganze Nacht bis in den Samstagmorgen setzten die Freiwilligen Helfer alles daran, die weitere Ausbreitung des Öls in Richtung Diemelsee zu verhindern und damit noch höheren Schaden abzuwenden. Mit dem Einsatz der beiden Ölsanimate in Deisfeld und Giebringhausen reinigten sie stundenlang die Wasseroberfläche; zum Teil war es aufwändig, die Ölsperren zu bauen und zu befestigen. Am Samstagmorgen kam auch das Technische Hilfswerk nach Giebringhausen, um eine Ölsperre zu bauen. Sechs Sperren von insgesamt 180 Meter Länge setzten die Helfer im Laufe der Nacht bis in den Samstagmorgen in dem Bachlauf und dem Oberen Teil des Diemelsees, erklärte Günter Radtke.Horst Benner-Hensel, stellvertretender Kreisbrandinspektor, und Diemelsees Bürgermeister Volker Becker waren vor Ort, um sich einen Eindruck von dem Unglück zu machen, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreise Waldeck-Frankenberg nahm noch in der Nacht die Untersuchung auf.

Ein Hubschrauber war am Samstag noch im Einsatz, um aus der Luft zu überprüfen, wie weit sich das Heizöl verbreitet hat. „Der stundenlange Einsatz von Feuerwehren und THW scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Aus der Luft wurden auf dem Diemelsee keinerlei Spuren von Heizöl entdeckt. Offenbar ist es gelungen, das Öl auf der Diemel abzufangen. Auch die Kläranlage scheint nicht von Heizöl betroffen zu sein“, erklärte König am Samstagnachmittag. (md)

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