Die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie gilt - Heimische Banken begrüßen Änderungen

Online-Käufe werden ab heute sicherer

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Waldeck-Frankenberg – Wer im Online-Banking unterwegs ist oder Zahlungen im Internet tätigt, wird ab heute einige Änderungen feststellen. Der Grund: Seit diesem Samstag gilt die zweite Europäische Zahlungsdienste-Richtlinie „PSD2“.

Im Kern geht es darum, den Zahlungsverkehr für Kunden sicherer zu machen. „Wer im Netz mit der Kreditkarte einkauft, muss sich nun mit einem zweiten Faktor ausweisen“, sagt Daniel Kaufhold von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. „Ungefähr so, wie das jetzt schon von Überweisungen im Online-Banking bekannt ist – dort werden auch ein Anmeldename und ein Passwort für den Zugang sowie eine TAN benötigt, um Überweisungen freizugeben.“

So ähnlich sei es nun auch bei Kartenzahlungen im Netz: Man benötige die Kartendaten und ein zweites Identifikationsmerkmal. Das Bezahlen werde sicherer.

„Bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg läuft die zweite Identifizierung über die S-ID-Check-App, bei den Volks- und Raiffeisenbanken über die VR-Secure-CARD-App – alles funktioniert mit dem Smartphone. Zahlungen können per Fingerabdruck autorisiert werden“, so Kaufhold. Jörn Kesper von der Waldecker Bank ergänzt: „Zahlungen können stattdessen aber auch mit PIN oder Passwort getätigt werden.“

Um den Bank- und Sparkassenkunden in Waldeck-Frankenberg bei der Umstellung zu helfen, haben die Institute ihre Online-Banking-Nutzer – das sind mittlerweile fast die Hälfte aller Kunden – schriftlich über die Neuerungen informiert. „Wir bieten den Kunden zudem an, die Einrichtung der Sicherheitsabfrage in den jeweiligen Filialen durchzuführen“, sagt Thomas Behle von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg.

Auf den Homepages der Baken und Sparkassen gebe es auch Anleitungen zum Einrichten der Identifizierungsanfrage. „Natürlich helfen auch die Kolleginnen und Kollegen in den Filialen oder telefonisch weiter“, sagt Kesper.

Allerdings ist im Zuge der Umstellung auch Vorsicht geboten. Wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz berichtet, kursierten derzeit Phishing-Mails von Betrügern, in denen Bankkunden aufgefordert würden, ihre Kundendaten zu bestätigen – angeblich wegen der PSD2. 

Banken sind sich einig: Verfahren ist sicherer

Auf Nachfrage halten die Sparkasse Waldeck-Frankenberg, die Waldecker sowie die Frankenberger Bank die neue Zahlungsrichtlinie für sinnvoll. „Betrüger, die eine Kreditkarte ergaunert oder ausgespäht haben, müssten zusätzlich noch das Handy des Besitzers klauen und den Fingerabdruck vortäuschen – das ist fast unmöglich“, sagt Jörn Kesper von der Waldecker Bank. Da anstelle des Fingers Zahlungen auch mit einer PIN oder einem Passwort freigegeben werden können, sei mit wenig Aufwand für viel mehr Sicherheit gesorgt worden.

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