Waldeck-Frankenberg

Von Oslo nach Waldeck-Frankenberg

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- Waldeck-Frankenberg (lb). Blick über den Tellerrand: Sechs Austausch-Azubis aus Norwegen lernen das Waldeck-Frankenberger Handwerk kennen.

„Yeah!“, sei es ihm entfahren, als er die Nachricht bekam, dass er nach Deutschland darf, berichtet Marius Ystad schmunzelnd. „Ich habe drei Jahre Deutsch in der Schule gelernt, war schon mal in Berlin und wollte das Land noch besser kennenlernen“, sagt der 20-jährige Elektroniker-Lehrling aus Norwegen. Seit Anfang September arbeitet er im Elektroinstallationsbetrieb von Rolf Jäger. Auch Jimmy Sand­stad absolviert das dreimonatige Praktikum in dem Berndorfer Unternehmen. „Ich fand es an der Zeit, neue Erfahrungen zu machen“, erklärt der ebenfalls 20-Jährige, warum er sich für das Austauschprogramm beworben hat.

Insgesamt sechs junge Leute aus dem Großraum Oslo schnuppern derzeit in Handwerksbetriebe im Landkreis Waldeck-Frankenberg hinein.­ Der Austausch wird gefördert durch das Stipendienprogramm „Leonardo da Vinci“ der Europäischen Union (EU). „Seit 15 Jahren besteht die Zusammenarbeit der Kreishandwerkerschaft mit einer Partnerinstitution in Oslo“, erklärt Henrike Sachse, Ansprechpartnerin für die Auszubildenden vor Ort. Jährlich schicken seitdem norwegische Betriebe ihre Auszubildenden nach Waldeck-Frankenberg und umgekehrt.

„Sie arbeiten ganz normal auf der Baustelle mit“, sagt Rolf Jäger. Marius Ystad und Jimmy Sandstad sollen vor allen Dingen viel Praxis mitbekommen. Noch bis in die nächste Woche hinein sind beide bei der Sanierung der Mittelpunktschule Goddelsheim im Einsatz. Jäger selbst hat bereits einen seiner Azubis nach Norwegen geschickt. „Das steigert die Motivation und die Lehrlinge schauen über den Tellerrand hinaus“, sagt der Elektroinstallateurmeister.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 30. November

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