Die Untere Naturschutzbehörde gibt Hinweise für den Erhalt der vorösterlichen Tradition

Osterfeuer mit Vorsicht genießen

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Hinweise beachten und Tradition erhalten, darum bittet der Landkreis beim Osterfeuer – wie hier beim Feuer der Büller 2014 in Usseln.Foto: Saure

Waldeck-Frankenberg - Sie brennen auf den Feldern des Waldeck-Frankenberger Landes und künden von Ostern, Frühling und Geselligkeit: Vielerorts laden Vereine am Wochenende zu Osterfeuern ein. Der Landkreis mahnt zur Vorsicht.

In langer Tradition werden im Landkreis die Osterfeiertage mit alten Bräuchen begangen. Auf den Anhöhen im Waldeck-Frankenberger Land lodern als sicht­bares Zeichen die beliebten Osterfeuer. Sie sollen nach alter Vorstellung den Winter und die Kälte vertreiben und den Frühling und das Licht begrüßen.

„Die Verantwortlichen für die Osterfeuer müssen im Interesse der Allge­meinheit einige Hinweise beachten“, betont Peter Hankel von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis.

lRichtiger Standort: Schutzwürdige Lebensräume wie Trockenrasen, Hecken und Baumbestände sowie Wegraine dürfen nicht beeinträchtigt werden. Dies gilt auch für Begleitveranstaltungen.

lRichtige Abstände: Osterfeuer müssen einen Mindestabstand von 100 Metern zu bewohnten Gebäuden, Naturschutzgebieten und Wäldern haben, 50 Meter zu Straßen und Eisenbahnstrecken, 35 Meter zu sonstigen Gebäuden, Bäumen, Hecken und Feldrainen. In Zweifelsfällen sei der Rat des Kreisbrandinspektors oder der örtlichen Feuerwehr einzuholen und zu beachten.

lRichtiger Zeitpunkt: Zum Schutze von Kleintieren und Vögeln darf das Brennmaterial für die Osterfeuer frühestens eine Woche vor dem Abbrennen angefahren und aufgeschichtet werden. Sollte schon früher aufgeschichtet werden, ist kurz vor dem Abbrennen eine Umschichtung des Holzstapels notwendig, um zu vermeiden, dass dort mittlerweile angesiedelte Tiere in den Flammen umkommen

lRichtige Brennstoffe: Nur Reisig, Astwerk und Stroh dürfen verwendet werden. Abfälle haben in einem Osterfeuer nichts zu suchen. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, handelt ordnungswidrig und kann bestraft werden. Es ist verboten, Autoreifen, Düngemittelsäcke oder sonstige Abfälle in offenem Feuer in der Natur zu verbrennen. Oft werden diese Abfälle nicht von den Initiatoren selbst, sondern von Unbekannten eingebracht. Zum Anzünden wird teilweise auch Altöl, Diesel oder andere brennbare und giftige Flüssigkeit aufgegossen. Diese versickert zum Teil und verseucht Boden und Grundwasser.

Kennzeichnend sind in solchen Fällen schwarze, stinkende Rauchwolken, die auf eine Umweltverschmutzung hinweisen. Oft liegen noch lange Zeit nachher unbrennbare Reste wie Drahtgeflecht, Felgen und verschmorte Plastikreste in der Landschaft und müs­sen von der Stadt- oder Gemeindeverwaltung mit erheblichem Kostenaufwand beseitigt werden.

Peter Hankel betont: „Wenn diese Hinweise beachtet werden und keine verbotenen Reststoffe in den Osterfeuern mit verbrannt werden, können die Osterfeuer in unserer Heimat auch noch künftigen Generationen Frühling und Licht bringen.“ Weitere Anregungen nimmt die Untere Naturschutzbehörde unter Telefon 05631/ 954-448, per Mail an peter.hankel@landkreis-waldeck-frankenberg.de entgegen. Dort werden auch Fragen zum Osterfeuer beantwortet. (r)

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