Waldeck-Frankenberg

Otto Wilke geht, Niederstraßer auch?

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- Waldeck-Frankenberg (tk). Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (FWG) soll abgewählt werden. Dies beantragen SPD und Grüne in der konstituierenden Sitzung des neuen Kreistags am 2. Mai.

Beide Fraktionen verfügen zusammen über 34 Sitze, also zwei weniger als zur Abwahl nötig wären. Die Fraktion der Linken/Piraten (drei Sitze) hat allerdings angekündigt, der Abwahl zustimmen zu wollen. Zusammen mit den Stimmen der rot-grünen Koalition wäre damit die nötige Mehrheit erreicht. Auf einen Nachfolger Niederstraßers haben sich SPD und Grüne bereits geeinigt: Der 33-jährige Diplom-Ingenieur Jens Deutschendorf soll stellvertretender Landrat werden. Der Berndorfer ist seit 2004 einer der beiden Kreisvorsitzenden der Grünen.

Mit Ansage verlässt der langjährige, ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Otto Wilke (FDP) die kommunalpolitische Bühne. „Am 2. Mai 2011 ist mein letzter Arbeitstag“, hatte der Adorfer im Oktober vergangenen Jahres angekündigt. Mit Wilke, Spitzname „Allzweck-Otto“, verlässt ein politisches Urgestein die Kreisspitze.

Seine Verdienste für die Entwicklung des Landkreises sind parteiübergreifend unbestritten. Zuletzt warf allerdings seine Rolle im System Eichenlaub Fragen auf, auf die er, insbesondere aus Sicht von SPD und Grünen, keine überzeugende Antworten gab. Vor allem der „Persilschein“, den Wilke als zuständiger Dezernent für die Innenrevision der Kreisverwaltung dem Ex-Landrat für dessen kostspielige Amtsführung anfangs ausstellte, brachte ihn in politische Bedrängnis.

Bevor Wilke offiziell verabschiedet wird, steht die Wahl der zehn ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten sowie ihre Einführung und Verpflichtung auf der Tagesordnung. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Kreistag verändern auch die Zusammensetzung des Kreisausschusses. Sollte die Fraktion der Linken/Piraten wie angekündigt die Abwahl Niederstraßers unterstützen, bekämen sie „zur Belohnung“ einen Sitz im Kreisausschuss. Darauf haben sich SPD und Grüne geeinigt.Für das Amt der Kreistagsvorsitzenden schickt die SPD die Frankenauer Abgeordnete Iris Ruhwedel ins Rennen.

Die 71 Kreistagsmitglieder entscheiden außerdem über einen Antrag von SPD und Grünen, die Zahl der stellvertretenden Parlamentsvorsteher zu erhöhen. Ziel des Antrags: Jede Fraktion soll einen Vize stellen dürfen. Die erste Sitzung des neuen Kreistags beginnt am kommenden Montag, 2. Mai, um 9 Uhr, im Sitzungssaal im Kreishaus.

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