Waldeck-Frankenberg

Otto Wilke weist Rücktrittsforderungen zurück

- Waldeck-Frankenberg (jk). Die SPD hat den Rücktritt von Otto Wilke (FDP) gefordert. Der Kreisbeigeordnete und ehrenamtliche Dezernent kontert: SPD-Chef Karl Heinz Stadtler seien offenbar viele Fakten nicht präsent.

In der Rücktrittsforderung bezieht sich Stadtler vor allem auf eine „Nibelungentreue“ von Otto Wilke und der Kreis-FDP während der Amtszeit von Ex-Landrat Helmut Eichenlaub. Bei Eichenlaubs Versuchen, das Frankenberger Kreiskrankenhaus an eine private Klinikkette zu verkaufen oder den Straßenbau im Landkreis zu privatisieren (PPP-Projekt), sei Wilke sogar „Ideengeber und eifrigster Befürworter“ gewesen. Ins Blickfeld geriet Wilke zuletzt wegen des Medikamenten-Liefervertrags für die Kreisklinik. Wilke habe in einer entscheidenden Aufsichtsratssitzung der Klinik Ende 2005 die Teilnehmer unter Druck gesetzt, erklärte ein FWG-Mitglied gegenüber WLZ-FZ. Fazit Stadtlers: Wilkes Behauptung, von den Auswüchsen im System Eichenlaubs nichts gewusst zu haben, sei absurd. In seiner Antwort an Stadtler klammert Wilke derweil bewusst Vorwürfe gegen Eichenlaub aus, die derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht werden. Er gehe davon aus, dass Kreispolitiker daran „nicht beteiligt sind“, betont Wilke. Ansonsten holt der FDP-Kreisbeigeordnete weit aus – auch um strittige Punkte zwischen ihm und Ex-Landrat Helmut Eichenlaub aufzuzeigen. Statt „Nibelungentreue“ verweist Wilke auf etliche Kontroversen mit Eichenlaub – vor allem drei Punkte: Wilkes Abschied vom Privatisierungsmodell der Kreisstraßen gegen Eichenlaubs Willen; das von Eichenlaub gewünschte Helaba-Finanzierungsmodell zur Beteiligung an der Thüga sowie die von Eichenlaub 2009 gewollte Projekt-Beteiligung einer Helaba-Tochter am Konjunkturprogramm für den Schulbau. Alle drei Vorhaben Eichenlaubs kamen nicht zum Tragen – und hätten letztlich zu Eichenlaubs Versuch geführt, Wilke 2009 das Dezernat zu entziehen.Die Rücktrittsforderungen der SPD weist Wilke somit zurück.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe von Samstag, 14. August.

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