Verfahren wegen fahrlässiger Tötung vorläufig eingestellt

Patient tot: Zwei Ärzte zahlen je 3000 Euro

Fritzlar/Bad Wildungen. Gegen eine Geldauflage von jeweils 3000 Euro hat das Schöffengericht Fritzlar das Strafverfahren gegen zwei Ärzte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung vorläufig eingestellt. Je 3000 Euro gehen ans Diakoniezentrum Hephata in Treysa sowie den Förderverein der Grundschule Neuental, entschied das Gericht.

Im Kreiskrankenhaus Frankenberg war am 8. April 2012 ein 69 Jahre alter Mann aus Thüringen gestorben, dem am 21. März in einer Reha-Klinik in Bad Wildungen über die Nase eine Magensonde gelegt worden war. Zwei Ärzte im Alter von 54 und 53 Jahren waren angeklagt, weil die Sonde nicht in den Magen, sondern in die Lunge des Patienten geführt haben soll. 

Sonde nicht in Magen, sondern in Lunge geleitet

Sie sollen die Sorgfaltspflicht verletzt und die Lage der Sonde nicht kontrolliert haben. Gleichwohl hatten sie laut Anklage eine Sondennahrung angeordnet. 1,5 Liter davon wurden nach Angaben der Staatsanwältin nicht in den Magen, sondern in die Lunge geleitet.

Nach Komplikationen war der Patient mit dem Notarztwagen ins Kreiskrankenhaus Frankenberg gebracht worden, wo er starb. Die Tochter des Verstorbenen und ihr Ehemann berichteten, dass sie später in Frankenberg dem Chefarzt berichtet hätten, es sei etwas schief gelaufen. Daraufhin habe der Arzt gesagt, er informiere die Polizei.

Richterin Corinna Eichler sprach von widersprüchlichen Aussagen von Ärzten in Frankenberg. So hatte eine Ärztin zunächst ausgesagt, die Sonde habe korrekt im Magen gelegen, sich später aber laut Staatsanwältin korrigiert. Die Wahrheit ließ sich nicht ermitteln, weil die Röntgenaufnahmen nicht ausgewertet werden konnten. 

Angehörige wollen zivilrechtlich gegen Ärzte vorgehen

Die Tochter des Verstorbenen und ihr Mann wollen nun zivilrechtlich gegen die Ärzte vorgehen. Die von der Richterin mit Zustimmung von Staatsanwältin und Verteidigung für sie vorgeschlagenen 6000 Euro als Ausgleich lehnten sie ab. (von Manfred Schaake)

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv

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