Waldeck-Frankenberg:

Pillen-Verträge ohne Beipackzettel

- Waldeck-Frankenberg. Einen Konflikt gab es vor vier Jahren unter Ägide von Ex-Landrat Helmut Eichenlaub um Medikamenten-Lieferungen ans Kreiskrankenhaus. Zuletzt hat die Klinik den Vertrag verlängert – diesmal ohne Ausschreibung.

Die Marburger Staatsanwaltschaft ermittelte, gegen die Klinikspitze entstand ein Vorverdacht wegen „Untreue“, Ex-Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) hatte die Staatsanwaltschaft selbst in Marsch gesetzt: 2005/2006 schlugen die Wellen hoch um Apotheken-Verträge der Frankenberger Kreisklinik. Der damalige Betriebsleiter des Krankenhauses und leitende Ärzte gerieten in Verdächtigung, die Klinik habe zu viel Geld für Arzneimittel ausgegeben. Hintergrund: 15 Jahre lang belieferte die Bad Wildunger Wicker-Apotheke das Kreiskrankenhaus mit Arzneien, während ein Korbacher Anbieter schon 1998/99 ein viel günstigeres Angebot unterbreitet habe.Letztlich löste sich der Verdacht in Luft auf. Die Staatsanwaltschaft stellte keinerlei Verstöße fest, der Kreisklinik sei auch kein Vermögensschaden entstanden. Dagegen erbrachten Recherchen bei verschiedenen Medikamentenherstellern für 1998 und 1999 eher Skepsis: „In den entsprechenden Stellungnahmen der Hersteller wurde die Preisgestaltung als gegen gute kaufmännische Sitten verstoßende Lockvogelangebote kritisiert“, resümierte die Marburger Justitia im Januar 2006.

Mehr in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 11. Mai.

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