Literatur-Festival im Grimm-Jubiläumsjahr

Poesie in märchenhafter Landschaft

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Waldeck-Frankenberg - Die Herausgabe des weltweit bekanntesten Buchs deutschen Ursprungs jährt sich am 20. Dezember zum 200. Mal: Grimms "Kinder- und Hausmärchen". Hessen feiert das Jubiläum mit dem Themenjahr "Grimm2013". Ein Höhepunkt soll der "Literarische Frühling" vom 16. bis 24. März in der Heimat der Brüder Grimm darstellen.

Bei einer Pressekonferenz im Frankfurter Literaturhaus stellten die Organisatoren des Literatur-Festivals, die Hotels „Die Sonne Frankenberg“ und „Schloss Waldeck“ am Edersee sowie das Landhaus „Bärenmühle“ im Lengeltal, ges-tern das Programm vor.

Unter der Schirmherrschaft des Schauspielers Mario Adorf und des Schriftstellers Friedrich Christian Delius wird die Region um den märchenhaften Nationalpark Kellerwald-Edersee vom 16. bis 24. März das Podium für bekannte deutsche Autoren sein. Insgesamt sind mehr als 20 Veranstaltungen mit etwa 40 Mitwirkenden geplant.

Walser, Grass und Kirchhoff

So sind die Schriftsteller Martin Walser und Stephan Thome mit Lesungen und Gesprächen vertreten. Die Schauspielerinnen Adriana Altaras und Helene Grass tragen Weltliteratur an authentischen Orten vor: im Burgverlies auf Schloss Waldeck, in einer preisgekrönten Sterne-Küche in der mittelalterlichen Altstadt von Frankenberg und in einer historischen Salon-Pferdekutsche, die auf einer Zeitreise ein idyllisches Tal am Kellerwald durchquert.

Schriftsteller Bodo Kirchhoff ist auf dem Festival mit zwei Veranstaltungen vertreten. Er liest aus seinem neuen Roman „Die Liebe in groben Zügen“, überdies leitet er einen dreitägigen Schreib-Workshop, bei dem es um die Kunst des Erzählens geht. „Ich bin kein Lehrer“, erklärte der Bestsellerautor zu der Veranstaltung, die auf zwölf Teilnehmer limitiert sein wird, „doch am Ende wird jeder wissen, wo er steht“. Wichtig bei einer Geschichte sei immer, „warum etwas erzählt wird“, erläuterte der Schriftsteller gestern in Frankfurt: Der Autor müsse einen Druck zum Erzählen verspüren, „sonst regt die Geschichte nichts in den Lesenden“. Freilich sei „ein guter Schreiber nicht unbedingt ein guter Mensch“, denn es sei sehr schwer, „das Andere im Anderen zu erzählen“.

Der Ursprung der Märchen

Mit dem Festival-Programm werden die Grimms in all ihren Facetten reflektiert: Nicht nur als Märchensammler, auch als Sprachforscher und politisch interessierte Zeitgenossen. Da geht der Grimmforscher Heinz Rölleke dem Ursprung der Märchen auf den Grund, die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht diskutiert über die politischen Ideen der Grimms und die Sehnsucht nach Demokratie und die Philosophin Thea Dorn sinniert über die deutsche Seele. Zudem stellen junge Autorinnen wie Laura Karasek und Katharina Born ihre Debütromane vor.

Eröffnet wird das Festival von dem vielfach preisgekrönten Lyriker Durs Grünbein, der in seinen „Strophen für Übermorgen“ ein Erinnerungswerk der Poetik entfalten wird, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konzentrieren - gleichsam ganz in Grimm‘scher Tradition.

Einer der Organisatoren des Festivals „Literarischer Frühlings“ ist nach wie vor Volker Deigendesch - auch, wenn er das Hotel „Schloss Waldeck“ verlassen hat. „Die Initiative ist aus drei Personen und drei Persönlichkeiten entstanden“, sagt Deigendesch und verweist auf Christiane Kohl von der „Bärenmühle“ und Michael Lemke von der „Sonne“. „Insofern haben wir vereinbart, dass ich in der Zeit der Übergabe die Dinge begleite“. Sein Nachfolger, Markus Heinze, ist eingebunden. „Das Schloss steht hinter dem Festival“, betont Deigendesch.

Ab sofort sind alle Veranstaltungen über das Web-Portal www.literarischer-fruehling.de direkt buchbar, Karten sind außerdem in den Geschäftsstellen von WLZ und FZ erhältlich. Überdies bieten die drei Hotels zum Festival verschiedene Arrangements an, bei denen die Gäste einen niveauvollen Mix aus Literatur, Natur und Kulinarik genießen können - Literatur-Erlebnisse mit Wohlfühl-Effekt.

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