Die App „Pokémon Go“ verlagert Videospiel-Klassiker an die freie Luft

Pokémon Go: Monsterjagd auf den Straßen von Waldeck-Frankenberg

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Pokemon Go in der Korbacher Altstadt, Theresa Saure und Fabian Büdding

Waldeck-Frankenberg. Theresa Saure begegnet an der Korbacher Nikolaikirche einem garstig guckendem Vogel: Das Pokémon „Taubsi“ ist auf ihrem Tablet erschienen. Sie wischt über den Bildschirm, um den Kampfvogel in einem „Pokéball“ zu fangen, doch er entkommt. Nicht weiter schlimm: Theresa Saure und Fabian Büdding haben seit Erscheinen des Spiels „Pokémon Go“ schon viele der digitalen Kreaturen gefangen – und weitere warten überall.

Seit das Spiel für Mobilgeräte erschienen ist, ziehen Pokémon-Jäger durch die Straßen: Die Monster werden in freier Wildbahn generiert, die App macht die Spieler auf Kreaturen in ihrer Nähe aufmerksam, die sie dann mit Handy oder Tablet suchen und fangen. An Sehenswürdigkeiten erspielen sie Hilfsmittel für die Jagd – oder schicken ihre Pokémon in den Kampf gegen die Kreaturen konkurrierender Spieler. 

In Korbach funktioniert das Spiel gut

In Korbach funktioniert das gut, in Dörfern, in denen Google Maps keine Punkte ausweist, weniger. Dutzende Kilometer gelaufen Bei ihren Touren haben Theresa Saure und Fabian Büdding die Stadt neu kennengelernt – und viele Kilometer zurückgelegt: 23 waren es für die 18-jährige Korbacherin, 38 für den 19-jährigen Berndorfer. „Das zeigt zumindest die App an, aber das GPS spinnt manchmal“, sagt Fabian Büdding.

Überhaupt plagen technische Probleme das Spiel – die Entwickler hätten einen solchen Ansturm nicht erwartet, die Server würden nicht reichen. „Morgens können wir richtig gut spielen, aber abends können wir Pokémon Go total vergessen“, sagt Theresa Saure. Dazu kommen Programmfehler, die die Entwickler nach und nach beheben. 

Ein anderer Kritikpunkt sind die Kämpfe, deren Bedienung sehr simpel ausfällt. Die Spieler konkurrieren in drei Teams um Arenen, etwa an der Polizeistation oder der „roten Kirche“ in der Altstadt. Wenn ein Team eine Arena einnimmt, platziert es Pokémon, welche die Stellung halten. Für das Halten der Arenen gibt es Spiel-Boni. Im Gegensatz zu vielen Spielen für Mobilgeräte sei es nicht nötig, Geld zu investieren: Es reiche, aktiv zu spielen, sagt Fabian Büdding. Und so tummeln sich in Korbach Pokémon-Jäger, vor allem in der Altstadt, im Stadtpark und bei der „Eistüte“ an der Sparkasse. 

Viel Spaß in der Gruppe

Und wo immer jemand ein verdientes oder gekauftes „Lockmodul“ anschaltet: Dann erscheinen mehr Monster und Menschen, die sie fangen wollen. Die Spieler konkurrieren nicht um sie, sie erscheinen für jeden. So sei „Pokémon Go“ ein Spiel, dass besonders in der Gruppe Spaß mache. Lockmodule seien indes auch für Geschäfte interessant. „Ich habe mich richtig gefreut, als Pokémon Go angekündigt wurde“, berichtet Theresa Saure – sie hat mit sechs Jahren angefangen, Pokémon zu spielen, auch Fabian Büdding ist langjähriger Fan. Der erste „Hype“ lasse schon nach, gerade Spieler, die vorher nichts mit Pokémon am Hut haben, würden abspringen. Theresa Saure und Fabian Büdding wollen aber weiterspielen – zumal die Entwickler für August neue Funktionen wie den Tausch von Pokémon angekündigt haben.

[Wilhelm Figge und Sabrina Henning]

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